Design des 20. Jahrhunderts im 7. Bezirk, 1070 Wien
Design in Neubau: Auböck-Messing und Lofts am Schottenfeld
Die Werkstätte Carl Auböck arbeitet seit 1912 in der Bernardgasse, das Möbelmuseum zeigt die Wohnung Lucie Rie: Neubau ist ein Werkstattbezirk des Wiener Designs.
Am Schottenfeld erinnern hohe Werkstattfenster in vielen Hoftrakten an die Seidenweber um 1800; seit den 1990er-Jahren nutzen Lofts, Designbüros und Ateliers diese Räume. Entsprechend gemischt fallen Haushaltsauflösungen aus: Architektenmöbel und italienische Leuchten neben Musterkarten, Druckstöcken und Werkstattinventar. In Familien, die seit Generationen im Bezirk leben, sind Stücke aus den lokalen Werkstätten keine Seltenheit – Messing von Auböck, Besteck von Jarosinski & Vaugoin, Arbeiten der Wiener Werkstätte.
Seit 1912 fertigt die Familie Auböck in ihrer Werkstatt in der Bernardgasse Briefbeschwerer, Schalen, Garderoben und Gebrauchsobjekte aus Messing, Leder, Holz und Horn, – Entwürfe aus mehreren Generationen. Für die Keramikerin Lucie Rie gestaltete Ernst Plischke 1928 eine Wohnung, die heute als Ensemble im Möbelmuseum Wien in der Andreasgasse steht. In der Neustiftgasse 32–34 hatte die Wiener Werkstätte ab 1903 ihre Werkstätten.
Weil die Werkstatt in der Bernardgasse Auböck-Entwürfe bis heute fertigt, unterscheiden wir bei Messingobjekten zwischen älterer Produktion und neuer Auflage – Prägung, Patina und Verarbeitung geben Hinweise. Fotos von Unterseite und Stempel helfen bei der Ersteinschätzung. Lofts in Gewerbehöfen sind oft nur über Hofdurchfahrten erreichbar; die Abholung stimmen wir darauf ab, die Besichtigung kostet nichts.
Was in Neubau häufig auftaucht
- Messingobjekte von Carl Auböck – Werkstätte in der Bernardgasse seit 1912
- Architektenmöbel und Atelierausstattung – Lofts und Designbüros in den Gewerbehöfen am Schottenfeld
- Italienische Leuchten und Designmöbel der 1960er- bis 1980er-Jahre – Haushalte der Kreativwirtschaft seit den 1990er-Jahren
Mit Bezug zu Neubau
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 7. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Ernst Plischke
Wohnung Lucie Rie (1928), ausgestellt im Hofmobiliendepot.
Josef Hoffmann
Werkstätten der Wiener Werkstätte in der Neustiftgasse 32–34 (ab 1903).
Carl Auböck
Werkstätte Carl Auböck in der Bernardgasse.
Lucie Rie
Ihre Wiener Wohnung von Ernst Plischke (1928) in der Schausammlung des Hofmobiliendepots.
Koloman Moser
Mitbegründer der Wiener Werkstätte, bis 1907 künstlerischer Mitleiter.
Dagobert Peche
Arbeitete ab 1915 für die Wiener Werkstätte und prägte ihren späten, ornamentalen Stil.
Fritz Waerndorfer
Finanzierte als Mitbegründer die Wiener Werkstätte in der Neustiftgasse bis 1914.
Otto Wagner
Wohnhäuser Neustiftgasse 40 und Döblergasse 4 (1909–1912), in Döblergasse 4 lag Wagners letzte Wohnung.
Werkstätte Carl Auböck
Werkstatt der Familie Auböck seit 1912 in der Bernardgasse.
Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit
Werkstätte Carl Auböck in der Bernardgasse.
Fünfzigerjahre-Design
Werkstätte Carl Auböck in der Bernardgasse.
Geometrischer Jugendstil
Wohnhaus Döblergasse 4 von Otto Wagner, seine letzte Wohnung.
Klassische Moderne
mumok und Leopold Museum im MuseumsQuartier.
Minimal Art
mumok im MuseumsQuartier mit Werken der Minimal Art.
Pop Art
mumok mit der Sammlung Ludwig und Hauptwerken der amerikanischen Pop Art.
Wiener Moderne
Leopold Museum mit der größten Schiele-Sammlung.
Objektgruppen
- Stahlrohrmöbel
- Wohnmöbel der Zwischenkriegszeit
- Österreichische Möbel der Fünfzigerjahre
- Skandinavische Möbel
- Formholzmöbel
- Amerikanische Designklassiker
- Italienisches Möbeldesign
- Kunststoffmöbel des Space Age
- Postmodernes Design
- Architektenmöbel aus Wien
- Nierentische und Kleinmöbel
- Loungesessel und Klubfauteuils
- Designleuchten der Nachkriegszeit
- Gebrauchsobjekte aus Messing
- Skandinavisches Glas
- Porzellan und Keramik im Nachkriegsdesign
- Tafelgerät der Moderne
- Bauhaus-Entwürfe und Reeditionen
- Designuhren
- Elektrogeräte im Industriedesign
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 7. Bezirk.
Künstler
72
- Josef Frank1885–1967
- Oskar Strnad1879–1935
- Oswald Haerdtl1899–1959
- Felix Augenfeld1893–1984
- Franz Singer1896–1954
- Friedl Dicker-Brandeis1898–1944
- Franz Schuster1892–1972
- Ernst Plischke1903–1992
- Margarete Schütte-Lihotzky1897–2000
- Walter Loos1905–1974
- Clemens Holzmeister1886–1983
- Adolf Loos1870–1933
- Josef Hoffmann1870–1956
- Wolfgang Hoffmann1900–1969
- Paul Theodore Frankl1886–1958
- Friedrich Kiesler1890–1965
- Carl Auböck1900–1957 (Carl Auböck II), 1924–1993 (Carl Auböck III)
- Karl Hagenauer1898–1956
- Franz Hagenauer1906–1986
- Roland Rainer1910–2004
- Erich Boltenstern1896–1991
- Anna-Lülja Praun1906–2004
- Karl Schwanzer1918–1975
- Johannes Spalt1920–2010
- Gustav Peichl1928–2019
- Hans Hollein1934–2014
- Lucie Rie1902–1995
- Gertrud und Otto Natzler1908–1971 und 1908–2007
- Kurt Ohnsorg1927–1970
- Walter Bosse1904–1979
- Walter Pichler1936–2012
- Franz West1947–2012
- Allen Jonesgeb. 1937
- Leopold Bauer1872–1938
- Ludwig Baumann1853–1936
- Peter Behrens1868–1940
- Hans Coper1920–1981
- Paul Engelmann1891–1965
- Erté1892–1990
- Max Fabiani1865–1962
- Hubert Gessner1871–1943
- Hugo Gorge1883–1934
- Zaha Hadid1950–2016
- Coop Himmelb(l)auseit 1968
- Emil Hoppe1876–1957
- Marcel Kammerer1878–1959
- Jakob Lena Kneblgeb. 1970
- Ernst Lichtblau1883–1963
- Emanuel Josef Margold1888–1962
- Koloman Moser1868–1918
- Richard Neutra1892–1970
- Jean Nouvelgeb. 1945
- Robert Oerley1876–1945
- Friedrich Ohmann1858–1927
- Joseph Maria Olbrich1867–1908
- Dagobert Peche1887–1923
- Jože Plečnik1872–1957
- Otto Prutscher1880–1949
- Gerrit Rietveld1888–1964
- Otto Schönthal1878–1961
- Gustav Siegel1880–1970
- August Thonet1829–1910
- Michael Thonet1796–1871
- My Ullmann1905–1995
- Joseph Urban1872–1933
- Fritz Waerndorfer1868–1939
- Otto Wagner1841–1918
- Manfred Wakolbingergeb. 1952
- Lois Welzenbacher1889–1955
- Carl Witzmann1883–1952
- Oskar Wlach1881–1963
- Paul Wunderlich1927–2010
Manufakturen & Marken
65
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Haus & Gartenseit 1925
- Wittmannseit 1896
- Svenskt Tennseit 1924
- Knollseit 1938
- Vitraseit 1950
- Fritz Hansenseit 1872
- Cassinaseit 1927
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Artekseit 1935
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Tectaseit 1972
- Kartellseit 1949
- Memphis Milano1981–1988
- Askoseit 1918
- Orreforsseit 1898
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- Iittalaseit 1881
- Holmegaardseit 1825
- Veniniseit 1921
- Rosenthalseit 1879
- Arzbergseit 1887
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Gustavsbergseit 1825
- Werkstätte Hagenauer1898–1987
- Werkstätte Carl Auböckseit 1912
- Georg Jensen Sølvsmedieseit 1904
- Puiforcatseit 1820
- Christofleseit 1830
- Alessiseit 1921
- WMFseit 1853
- J. T. Kalmarseit 1881
- Rupert Nikoll1950er- bis 1970er-Jahre
- Emil Stejnarab den späten 1950er-Jahren
- Louis Poulsenseit 1874
- Artemideseit 1960
- Flosseit 1962
- FontanaArteseit 1932
- Artěl1908–1935
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Braun AGseit 1921
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Ginoriseit 1737
- InnocentiLambretta 1947–1971
- Junghansseit 1861
- Kaiser IdellLeuchtenserie ab 1933
- Kienzleab 1883
- Knizeseit 1858
- Movadoseit 1881
- Peill & Putzler20. Jahrhundert
- Philipsseit 1891
- Piaggioseit 1884, Vespa ab 1946
- Porscheseit 1931 (Konstruktionsbüro), Fahrzeuge ab 1948
- R. Horn'szeitgenössisch
- RiedelFamilienbetrieb seit dem 18. Jahrhundert, in Kufstein seit 1956
- Ronsonseit 1897
- Schott & Gen.seit 1884
- SegusoSeguso Vetri d'Arte seit 1933, Archimede Seguso seit 1946
- Steuben Glass1903–2011
- Tecnolumenseit 1979
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
- Wiener Werkbundgegründet 1912
- Wokaseit 1977
Epochen & Stile
29
- Bauhaus1919–1933
- De Stijl1917–1931
- Art découm 1920–1940
- Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeitum 1919–1938
- Rotes Wien1919–1934
- Streamlineum 1930–1950
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
- Fünfzigerjahre-Designum 1948–1962
- Mid-Century Modernum 1945–1970
- Skandinavisches Designum 1930–1975
- Space Ageum 1957–1975
- Brutalismusum 1950–1980
- Postmoderneum 1970–1995
- Memphis1980–1988
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Futurismus1909–um 1944
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Jugendstilum 1895–1914
- Kinetische Kunstum 1950–1975
- Klassische Moderneum 1905–1945
- Konstruktivismusum 1913–1935
- Kubismusum 1907–1925
- Lichtkunstab um 1920, verstärkt ab 1960
- Minimal Artum 1960–1980
- Neue Sachlichkeitum 1920–1933
- Op Artum 1955–1975
- Pop Artum 1956–1975
- Wiener Kinetismusum 1920–1930
- Wiener Moderneum 1890–1918
Fragen zu Design des 20. Jahrhunderts
Kaufen Sie auch Leuchten von Kalmar ohne Typenschild?
Ja. Etiketten und Plaketten von Kalmar sind oft verloren, die Zuordnung erfolgt dann über Modell, Materialien und Kataloge. Vollständige Schirme und originale Fassungen sind für die Bewertung wichtig.
Was ist mit Möbeln aus Palisander?
Möbel mit Furnier aus Rio-Palisander unterliegen dem Artenschutz und benötigen für den Handel in der Regel eine Bescheinigung. Für Teak oder Nussbaum gelten diese Einschränkungen nicht. Welche Holzart vorliegt, zeigt sich an Maserung, Farbe und Herstellerangaben.
Kaufen Sie ganze Einrichtungen der Fünfzigerjahre?
Ja. Komplette Wohn- und Speisezimmer der Nachkriegszeit werden gesichtet, das Angebot kann einzelne Stücke oder die ganze Einrichtung umfassen. Was nach dem Ankauf in der Wohnung bleibt, räumt auf Wunsch unsere Wiener Schwesterseite.
Wie wichtig sind Kataloge und Rechnungen?
Originalrechnungen, Kataloge und Fotos aus der Entstehungszeit belegen Herkunft und Datierung und erleichtern die Bewertung. Bewahren Sie sie gemeinsam mit dem Möbel auf.
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