Manufaktur: Glas & Kristall
Orrefors
Orrefors (Småland, Schweden), seit 1898
Schwedische Glashütte in Småland; ab 1916 Kunstglas von Simon Gate und Edward Hald, Graal- und Ariel-Technik, Gravurglas des Swedish Grace.
Auf dem Gelände eines alten Eisenwerks in Småland begann 1898 die Glasproduktion von Orrefors. Ab 1916 verpflichtete der Besitzer Johan Ekman die Maler Simon Gate und Edward Hald als Entwerfer, die das Programm auf künstlerisches Glas umstellten. Auf der Pariser Ausstellung 1925 erhielt Orrefors große Aufmerksamkeit. 1990 vereinigte sich die Hütte mit Kosta Boda zu Orrefors Kosta Boda; die Produktion in Orrefors selbst wurde 2013 eingestellt.
1916 entwickelten Gate, Hald und der Glasbläser Knut Bergqvist die Graal-Technik, bei der ein farbiger, geätzter oder geschliffener Rohling erneut überfangen wird. 1937 folgte Ariel mit eingeschlossenen Luftkanälen, entwickelt von Vicke Lindstrand, Edvin Öhrström und Gustav Bergkvist. Gravierte Pokale und Vasen von Gate und Hald prägten den Stil des Swedish Grace. Später entwarfen Sven Palmqvist, Nils Landberg und Ingeborg Lundin für Orrefors.
Fast alle Kunstgläser sind am Boden graviert: „Orrefors“, Modellnummer, Technikbezeichnung wie „Graal“ oder „Ariel“ und Kürzel des Entwerfers, oft mit Jahreszahl. Gebrauchsglas trägt meist nur den Schriftzug oder ein Etikett. Signaturen lassen sich über Modellnummern in Katalogen und Werkverzeichnissen überprüfen. Bei gravierten Gläsern sprechen Tiefe und Feinheit des Schnitts für Handarbeit des Hüttengraveurs. Ariel- und Graal-Gläser entstanden in Kleinserien und als Einzelstücke.
Entwerfer & Personen
- Simon Gate
- Edward Hald
- Knut Bergqvist
- Vicke Lindstrand
- Edvin Öhrström
- Sven Palmqvist
- Nils Landberg
- Ingeborg Lundin
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