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Epoche

Bauhaus

Kunstbewegung, 1919–1933

Kunstschule von Walter Gropius in Weimar, Dessau und Berlin, die Handwerk, Kunst und Industrie verband – mit Wiener Wurzeln über Itten und Friedl Dicker.

Walter Gropius gründete 1919 in Weimar das Staatliche Bauhaus. 1925 übersiedelte die Schule nach Dessau, 1932 nach Berlin, 1933 schloss sie unter dem Druck der Nationalsozialisten. Johannes Itten, der zuvor in Wien eine private Kunstschule geführt hatte, brachte Schülerinnen und Schüler wie Friedl Dicker und Franz Singer mit nach Weimar und entwickelte den Vorkurs. Lehrer waren unter anderen Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer, László Moholy-Nagy und Marcel Breuer.

Bauhaus-Objekte verbinden einfache Grundformen – Kreis, Quadrat, Dreieck – mit Funktion und industrieller Fertigung. Marcel Breuers Stahlrohrsessel von 1925, die Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker, Teekannen von Marianne Brandt und Webereien von Gunta Stölzl sind Leitwerke. Materialien: verchromtes Stahlrohr, Glas, Messing, Sperrholz, Eisengarn. Typografie in Kleinschreibung und serifenloser Schrift prägte Herbert Bayer. Spielzeug, Keramik und Bühne gehören ebenso dazu. Alma Siedhoff-Buscher entwarf Bauspiele und Kindermöbel, Keramik entstand in der Töpferei in Dornburg.

Friedl Dicker und Franz Singer führten nach ihrer Bauhauszeit in Wien ein gemeinsames Atelier für Inneneinrichtung, das Klappmöbel, Stapelstühle und ganze Wohnungen entwarf. Gebrüder Thonet fertigte ab 1929/30 Stahlrohrmöbel nach Entwürfen von Breuer und Mies van der Rohe. Im Wiener Handel sind Stahlrohrmöbel, Leuchten, Metallarbeiten, Grafik und Druckwerke des Bauhauses gesucht; viele Stücke stammen aus Wiener Wohnungen der Zwischenkriegszeit. Friedl Dicker wurde 1944 in Auschwitz ermordet.

Bauhaus-Klassiker werden bis heute in Lizenz produziert, etwa von Thonet, Knoll und Tecnolumen. Frühe Stahlrohrmöbel haben Rohre mit Schweißnähten oder Steckverbindungen, Nickel- statt Chromüberzug und Stoff- oder Eisengarnbespannung; Firmenetiketten und Stempel helfen bei der Datierung. Wagenfeld-Leuchten der Zeit tragen keinen modernen Lizenzstempel und haben Glasschirme mit Abriss. Originale Drucksachen tragen Angaben des Bauhaus-Verlags.

Woran man es erkennt

  • Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck
  • verchromtes oder vernickeltes Stahlrohr
  • Eisengarnbespannung
  • Glas und Messing bei Leuchten
  • Kleinschreibung und serifenlose Schrift
  • Webereien mit geometrischen Mustern
  • industriell fertigbare Entwürfe
  • Klapp- und Stapelmöbel

Künstler

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