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Antiquitäten Wien

Design des 20. Jahrhunderts im 10. Bezirk, 1100 Wien

Design aus Favoriten: Philips-Haus und Per-Albin-Hansson-Siedlung

Schwanzers Bürobau für Philips (1962–1964) an der Triester Straße und die Nachkriegssiedlungen am Laaer Berg: Favoriten ist ein Bezirk der Elektrogeräte und Wohnmöbel der Fünfziger.

Gemeindewohnungen gehen in Favoriten oft an Kinder und Enkel über, samt Einrichtung: Wohnzimmerverbauten, Nierentische und Polstergarnituren der Fünfziger- bis Siebzigerjahre, manchmal SW-Möbel aus der Erstausstattung der Per-Albin-Hansson-Siedlung. Im Süden, in Oberlaa, Rothneusiedl und den Kleingartenanlagen, lagern Gartenmöbel aus Kunststoff und Stahlrohr, Leuchten und Elektrogeräte in Kellern und Hütten. Im dicht bebauten Norden um Viktor-Adler-Markt und Reumannplatz stammen die Stücke eher aus engen Zinshauswohnungen.

An der Triester Straße entstand 1962–1964 nach Plänen Karl Schwanzers das Philips-Haus, Österreich-Zentrale jenes Konzerns, dessen Radios, Plattenspieler und Fernseher in vielen Haushalten standen. Franz Schuster plante die Eigenheimkolonie Am Wasserturm (1923/24) und Teile der Per-Albin-Hansson-Siedlung West nach 1947; er entwarf auch Typenmöbel für den sozialen Wohnbau. Fliesen- und Glasdekor des Art déco zeigt das Amalienbad am Reumannplatz, die Architektur der Siebzigerjahre Johannes Spalts Salvatorkirche am Wienerfeld.

Bei Radios und Fernsehern aus Philips-Produktion lesen wir Typenschild und Rückwand; ein Foto davon reicht oft für die erste Einschätzung. Ob ein Gerät noch funktioniert, prüfen wir bei der kostenlosen Besichtigung. In Siedlungshäusern und Kleingärten am Laaer Berg sehen wir Keller und Hütte mit an, denn Kunststoffsessel und Leuchten der Sechziger landeten oft dort. Abholungen aus dem weitläufigen George-Washington-Hof planen wir nach Stiege und Zufahrt.

Was in Favoriten häufig auftaucht

  • Röhrenradios, Plattenspieler und Fernseher von Philips – ehemalige Österreich-Zentrale an der Triester Straße
  • Wohnmöbel der 1950er- bis 1970er-Jahre und SW-Möbel – Gemeindebauten und Per-Albin-Hansson-Siedlung
  • Gartenmöbel aus Kunststoff und Stahlrohr – Kleingartenanlagen und Siedlungshäuser im Süden des Bezirks

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 10. Bezirk.

Künstler

72

Manufakturen & Marken

65

Epochen & Stile

29

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Design des 20. Jahrhunderts

Sind Neuauflagen von Vitra oder Wittmann auch interessant?

Ja, wenn sie gut erhalten sind, denn lizenzierte Neuauflagen haben einen eigenen Gebrauchtmarkt. Sie werden jedoch anders bewertet als Stücke aus der ersten Produktionszeit.

Soll ich einen abgenutzten Bezug erneuern lassen?

Nein, zumindest nicht vor der Besichtigung. Originale Bezüge sind für Sammler wichtig, auch mit Gebrauchsspuren. Eine Neupolsterung kann den Wert mindern, wenn sie nicht dem Original entspricht.

Kaufen Sie auch Leuchten von Kalmar ohne Typenschild?

Ja. Etiketten und Plaketten von Kalmar sind oft verloren, die Zuordnung erfolgt dann über Modell, Materialien und Kataloge. Vollständige Schirme und originale Fassungen sind für die Bewertung wichtig.

Was ist mit Möbeln aus Palisander?

Möbel mit Furnier aus Rio-Palisander unterliegen dem Artenschutz und benötigen für den Handel in der Regel eine Bescheinigung. Für Teak oder Nussbaum gelten diese Einschränkungen nicht. Welche Holzart vorliegt, zeigt sich an Maserung, Farbe und Herstellerangaben.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.