Ming-Porzellan
Porzellan der Ming-Dynastie (1368–1644), vor allem blau-weiße Ware aus den Brennöfen von Jingdezhen.
Unter den Ming-Kaisern wurde Jingdezhen in der Provinz Jiangxi zum Zentrum der Porzellanherstellung. Kobaltblau unter der Glasur, teils aus persischem Kobalt, prägte die Ware der frühen Kaiser Yongle und Xuande; unter Chenghua kamen zarte Doucai-Farben hinzu, unter Jiajing und Wanli kräftiges Blau und Fünffarbenmalerei. Für den Export nach Europa entstand unter Wanli das Kraak-Porzellan mit segmentierten Rändern, benannt nach den portugiesischen Karacken. In Europa begegnen vor allem Exportteller, Kendis und Schalen des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts.
Echte Ming-Stücke haben einen etwas körnigen Scherben, der am unglasierten Standring oft orange gebrannt ist, und eine leicht bläuliche, wellige Glasur. Kobalt zeigt bei frühen Stücken dunkle Eisenflecken, sogenannte Heaped-and-piled-Effekte. Brandrisse und Sandreste am Fuß sind typisch und kein Mangel, abgeriebene Glasur an Kraak-Rändern ebenso. Kopien des 19. und 20. Jahrhunderts wirken oft zu glatt und zu weiß; Regierungsmarken allein beweisen nichts.
Woran man es erkennt
- Blau-weiße Teller und Schalen
- Kraak-Porzellan der Wanli-Zeit
- Kendis und Flaschenvasen
- Wucai- und Doucai-Malerei
- Orange gebrannter Standring
- Exportware aus Schiffsfunden mit Herkunftsnachweis
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