Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Asiatika im 9. Bezirk, 1090 Wien

Asiatika am Alsergrund: Porzellangasse und Ostasien-Institute

In der Porzellangasse ahmte die Wiener Manufaktur ab 1718 ostasiatisches Porzellan nach. Am Universitätscampus im Alten AKH wird heute Ostasien erforscht.

Ärzte- und Professorenwohnungen an Währinger Straße, Berggasse und Liechtensteinstraße, oft zugleich Ordination, bewahren Sammlungen, die neben Bücherkästen und medizinischen Instrumenten auch Asiatika enthalten: Imari-Teller, Netsuke, eine Jadeschnitzerei auf dem Schreibtisch, Rollbilder im Arbeitszimmer. Viele dieser Haushalte waren bis 1938 jüdisch; mit der Vertreibung wurden Wohnungen und Sammlungen geplündert. Kleinere Wohnungen am Himmelpfortgrund und in Lichtental bergen eher Geschenk- und Exportware.

Die Wiener Porzellanmanufaktur, 1718 von Claudius Innocentius du Paquier gegründet, arbeitete bis 1864 in der Rossau; ihre frühen Stücke zeigen Chinoiserien und Dekore nach japanischem Imari- und Kakiemon-Porzellan. Wer ein Wiener Stück mit ostasiatischem Dekor besitzt, hat also oft keine Asiatika, sondern frühes Wiener Porzellan – die Bindenschildmarke unterscheidet beides. Am Universitätscampus im Alten AKH lehrt die Universität Wien Ostasienwissenschaften, Japanologie und Sinologie.

Was vor 1938 einer jüdischen Familie gehörte oder in den Jahren danach den Besitzer wechselte, wird vor dem Ankauf auf seine Provenienz geprüft. Jade unterscheiden wir von Speckstein und Serpentin anhand von Härte und Klang. Wird eine Ordination aufgelöst, sehen wir Praxis und Privaträume an einem Termin durch; Netsuke aus Elfenbein brauchen eine gesetzliche Bescheinigung.

Was in Alsergrund häufig auftaucht

  • Imari, Netsuke und Jadeschnitzereien – Ärzte- und Professorenhaushalte an Berggasse und Währinger Straße
  • Wiener Porzellan mit ostasiatischem Dekor – Manufaktur in der Rossau, Abgrenzung zu echten Asiatika
  • Bücher und Rollbilder zu Ostasien – akademische Haushalte im Universitätsviertel

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 9. Bezirk.

Künstler

3

Manufakturen & Marken

1

Epochen & Stile

7

Materialien, Techniken & Punzen

17

Fragen zu Asiatika

Kaufen Sie auch chinesische Möbel und Paravents?

Ja, Hartholzmöbel, Lackmöbel und Koromandel-Paravents. Für die Einschätzung brauchen wir Fotos der Gesamtansicht, der Rückseiten und der Verbindungen, weil Holzart und Bauweise das Alter verraten.

Wie fotografiere ich Porzellan richtig?

Eine Gesamtansicht vor neutralem Hintergrund, dann den Boden mit Marke und Standring scharf und gerade von oben, schließlich Details der Malerei und jede Beschädigung. Tageslicht ohne Blitz zeigt Glasur und Farben am besten.

Meine Vase hat eine Kaisermarke am Boden – ist sie damit alt?

Nicht unbedingt. Regierungsmarken wurden schon in der Qing-Zeit und massenhaft im 20. Jahrhundert nachgeahmt. Ob ein Stück zur Marke passt, zeigen Scherben, Glasur, Standring und Malerei; dafür brauchen wir scharfe Fotos des Bodens.

Kaufen Sie Netsuke aus Elfenbein?

Nur wenn eine der gesetzlichen Ausnahmen der VO (EU) 2021/2280 zutrifft und die erforderliche Bescheinigung vorliegt. Netsuke aus Buchsbaum, Hirschhorn oder anderen Materialien übernehmen wir ohne diese Einschränkung. Im Zweifel klären wir das Material bei der Besichtigung.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.