Für chinesischen Schnitzlack werden Dutzende bis über hundert dünne Lackschichten übereinander aufgetragen, jede einzeln getrocknet. In die so entstandene Masse schnitzt der Lackschneider Landschaften, Figuren, Drachen, Blüten und geometrische Muster. Der bekannteste Farbton ist ein Zinnoberrot, daneben gibt es schwarzen, grünen und mehrfarbigen Schnitzlack. Höhepunkte entstanden in der Ming-Dynastie und unter Kaiser Qianlong in der Qing-Dynastie: Dosen, Schalen, Vasen, Tabletts und kleine Möbel.
Echter Schnitzlack zeigt an Schnittkanten feine Schichtlinien, mitunter in wechselnden Farben. Die Schnitzerei ist scharf und tief, die Oberfläche warm und leicht. Feine Risse und Abplatzungen an Kanten sind typisch. Gepresste Kunstharzimitationen haben weiche, gerundete Kanten, keine Schichtlinien und einen kühleren Glanz. Viele Stücke tragen unter dem Boden schwarze Lackflächen mit Regierungsmarken, die oft später nachgeahmt wurden. Holz- oder Metallkerne sind an Schadstellen sichtbar.
Schnitzlack der Ming- und frühen Qing-Zeit ist museal und selten. Arbeiten des 19. und 20. Jahrhunderts sind häufiger und werden nach Qualität der Schnitzerei und Zustand bewertet. Kunstharzimitationen haben kaum Wert. Regierungsmarken allein belegen das Alter nicht; Schichtlinien und Kern verlangen bei wertvollen Stücken eine fachkundige Prüfung.
So prüfen Sie es
- feine Schichtlinien an Schnittkanten
- zinnoberrote Farbe
- scharfe, tiefe Schnitzerei
- gerundete Kanten bei Kunstharz
- Regierungsmarke unter dem Boden
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