Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Japonismus

Stilrichtung, um 1860–1920

Einfluss japanischer Kunst auf Europa: Holzschnitt, Asymmetrie und Flächigkeit – in Wien seit der Weltausstellung 1873 und der Secessionsschau 1900.

Nach der Öffnung Japans 1854 gelangten Holzschnitte, Lackarbeiten und Keramik nach Europa. Paris war das erste Zentrum, Händler wie Siegfried Bing verbreiteten die Mode. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 zeigte Japan erstmals offiziell einen großen Pavillon mit Garten; das Museum für Kunst und Industrie erwarb Objekte. Die Wiener Secession widmete ihre sechste Ausstellung im Jahr 1900 der japanischen Kunst. Pariser Sammler wie Edmond de Goncourt trugen zur Verbreitung bei.

Übernommen wurden asymmetrische Kompositionen, angeschnittene Motive, flache Farbflächen ohne Schatten, kräftige Umrisslinien und erhöhte Blickpunkte. Motive: Wellen, Kraniche, Karpfen, Chrysanthemen, Iris, Bambus, Kirschblüten. Der Farbholzschnitt wurde in Wien von Emil Orlik und Carl Moser gepflegt. Im Kunsthandwerk zeigen Glas, Keramik und Silber Rankenwerk nach japanischen Schablonen (Katagami). Möbel nehmen Bambusimitationen und lackierte Flächen auf, Bronzen das Motiv der Vogel- und Insektenstudie. Plakate und Buchschmuck übernehmen das schmale Hochformat japanischer Säulenholzschnitte.

Das MAK besitzt eine umfangreiche Sammlung japanischer Färberschablonen, die Designer des Jugendstils studierten. Klimt sammelte japanische Holzschnitte und Gewänder. Im Schönbrunner Schlosspark wurde um 1913 ein japanischer Garten angelegt und 1996 wiederentdeckt. Im Handel erscheinen Farbholzschnitte von Orlik, Moser, Thiemann und Klemm, japanisierendes Glas und Porzellan sowie Originalobjekte der Meiji-Zeit. Auch Wiener Bronzen griffen Japanerfiguren, Fächer und Bambusmotive auf. Wiener Händler boten japanische Importwaren an.

Europäische Farbholzschnitte sind auf europäischem oder Japanpapier gedruckt, signiert und nummeriert, die Farben oft mit Ölbindung; japanische Drucke tragen Verleger- und Zensursiegel. Japanisierende Keramik aus Europa hat Steingut- oder Porzellanmassen und europäische Marken. Exportware der Meiji-Zeit wird unter Asiatika bewertet. Japanische Originalholzschnitte in Wiener Beständen stammen häufig aus Ankäufen um 1900 und tragen Stempel europäischer Sammler.

Woran man es erkennt

  • asymmetrische, angeschnittene Kompositionen
  • flache Farbflächen ohne Schatten
  • kräftige Umrisslinien
  • Wellen, Kraniche, Iris und Chrysanthemen
  • europäischer Farbholzschnitt
  • Ornamente nach Katagami-Schablonen
  • Bambusimitation an Möbeln
  • erhöhter Blickpunkt

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.