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Jugendstil & Wiener Werkstätte im 15. Bezirk, 1150 Wien

Jugendstil aus Rudolfsheim-Fünfhaus: Serienware und Erbstücke

Zwischen Westbahnhof und Schmelz liegen kleine Gründerzeitwohnungen, deren Altmieter Jugendstil in Serie aufbewahrten: Zinn, versilbertes Metall, Postkarten, Glas.

Der Bezirk hatte lange einen der höchsten Anteile an Substandardwohnungen in Wien; Zimmer-Küche-Wohnungen mit Bassena am Gang prägten die Zinshäuser zwischen Gürtel und Schmelz, in Sechshaus und Reindorf auch Gewerbehöfe mit Werkstatttrakten. Hier kam die Wiener Moderne nicht über Silber der Wiener Werkstätte an, sondern über erschwingliche Serienprodukte: Zinnschalen, Jardinieren, Wandteller, Glückwunschkarten mit Jugendstilrahmen. Altmieter mit jahrzehntelanger Wohndauer haben solche Stücke in Kellerabteilen, Koffern und Kredenzen über fünfzig bis siebzig Jahre bewahrt.

Werkstätten der Wiener Moderne lagen nicht im Bezirk, aber nahe: In der Neustiftgasse im angrenzenden Neubau arbeitete ab 1903 die Wiener Werkstätte, an der Linken Wienzeile in Mariahilf stehen Otto Wagners Majolikahaus und Medaillonhaus. Für die Haushalte der Vororte war die Formensprache dennoch präsent, über Massenware von Firmen wie WMF und Kayserzinn. Friedrich von Schmidts Kuppelkirche Maria vom Siege und die Rudolfsheimer Pfarrkirche gehören dagegen dem Historismus an, gegen den sich die Moderne wandte.

In Kellerabteilen der Gründerzeithäuser stehen Kisten oft hinter Fahrrädern und Weihnachtsschmuck; werfen Sie nichts weg, solange wir nicht hineingeschaut haben. Für eine erste Einschätzung reichen Aufnahmen der Bodenmarken von Metall. Wird eine sanierte Wohnung neu vermietet, bleibt oft wenig Zeit zwischen Kündigung und Übergabe – sagen Sie uns den Termin, dann besichtigen wir rechtzeitig. Den Betrag zahlen wir bar aus oder überweisen ihn.

Was in Rudolfsheim-Fünfhaus häufig auftaucht

  • Versilbertes Metall und Zinn in Jugendstilformen – Serienware aus Altmieterhaushalten
  • Glückwunsch- und Künstlerpostkarten 1898–1918 – Alben und Korrespondenz in Kellerabteilen
  • Wandteller, Jardinieren und Vasen – Erstausstattung der Zimmer-Küche-Wohnungen um 1900

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 15. Bezirk.

Künstler

64

Manufakturen & Marken

52

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

26

Fragen zu Jugendstil & Wiener Werkstätte

Mein Objekt hat eine WW-Marke – ist es damit echt?

Nicht zwingend. Marken der Wiener Werkstätte wurden häufig gefälscht und nachträglich eingeschlagen. Entscheidend sind Material, Verarbeitung, Proportionen und der Vergleich mit dokumentierten Modellen im Archiv.

Was ist Gitterwerk?

Gitterwerk sind Körbe, Vasen, Jardinieren und Tafelaufsätze aus durchbrochenem Eisenblech mit quadratischem Lochmuster, meist weiß lackiert, seltener aus Silber. Josef Hoffmann und Koloman Moser entwarfen sie ab etwa 1904 für die Wiener Werkstätte.

Welche Postkarten der Wiener Werkstätte sind gesucht?

Gesucht sind Karten bekannter Künstler wie Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Rudolf Kalvach oder Moriz Jung, ungelaufene Karten in gutem Zustand und seltene Nummern. Die Nummer auf der Rückseite erlaubt die Bestimmung von Serie und Entwerfer.

Sind Möbel nach Hoffmann von Wittmann auch interessant?

Wittmann fertigt seit den 1970er-Jahren Möbel nach Entwürfen Josef Hoffmanns in Lizenz. Sie sind Neuauflagen und werden anders bewertet als Möbel der Entstehungszeit von Kohn, Thonet oder Wiener Tischlern.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.