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Künstler: Barockarchitektur

Johann Lukas von Hildebrandt

Architekt, Hofbaumeister, Militäringenieur, 1668–1745, Genua – Rom – Wien

Architekt des Belvedere und zahlreicher Wiener Adelspalais; verband römische Schulung mit bewegten Dächern und reichem Stuckdekor.

Johann Lukas Hildebrandt, 1668 in Genua als Sohn eines deutschen Offiziers geboren, lernte in Rom bei Carlo Fontana Architektur und Festungsbau. Als Militäringenieur begleitete er Prinz Eugen 1695/96 auf dem Feldzug in Piemont. 1700 wurde er kaiserlicher Hofingenieur in Wien, 1720 erhob ihn Karl VI. in den Adelsstand. Er starb 1745 in Wien.

Für Prinz Eugen baute er das Untere Belvedere (1714–1716) und das Obere Belvedere (1721–1723) und erweiterte das Winterpalais in der Himmelpfortgasse. An der Freyung entstand das Palais Daun-Kinsky (1713–1716), in der Josefstadt das Palais Schönborn, die Piaristenkirche Maria Treu geht auf seine Pläne zurück. Außerhalb Wiens prägte er Stift Göttweig, Schloss Mirabell in Salzburg und Schloss Hof. Kennzeichen sind geschwungene Dachlandschaften, Bandelwerkstuck und lebhaft gegliederte Fassaden.

Das wichtigste Bilddokument ist Salomon Kleiners Stichwerk zum Belvedere, das 1731–1740 unter dem Titel „Wunder würdiges Kriegs- und Siegs-Lager“ erschien; dazu kommen Bernardo Bellottos Ansichten Wiens vom Belvedere aus, um 1759/60 entstanden. Einzelblätter Kleiners sind häufig gerahmt und nachträglich koloriert. Zeichnungen Hildebrandts sind rar, Zuschreibungen stützen sich auf gesicherte Pläne in Archiven. Möbel und Ausstattung, die aus seinen Palais stammen sollen, brauchen einen belegbaren Herkunftsnachweis.

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