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Wiener Bronzen im 8. Bezirk, 1080 Wien

Wiener Bronzen aus Josefstädter Bürgerwohnungen

Geringe Kriegsschäden, lange Wohndauer, Kanzleien nahe dem Landesgericht: In der Josefstadt blieben Schreibtischbronzen und Vitrinenfiguren oft am ursprünglichen Ort.

Biedermeierhäuser in Langer Gasse, Piaristengasse und Lenaugasse und vier- bis fünfgeschoßige Gründerzeitbauten bilden einen Bestand, den der Zweite Weltkrieg vergleichsweise wenig beschädigt hat; Gemeindebauten sind selten. Drei- bis Fünfzimmerwohnungen mit Kachelöfen, Kastenfenstern und Flügeltüren blieben häufig über Generationen in einer Familie. Entsprechend finden sich Tintenzeuge auf Schreibtischen, Kartenschalen in Vorzimmern und kaltbemalte Vögel in Vitrinen, die seit der Erstausstattung kaum bewegt wurden.

Eine Bronzewerkstatt mit Sitz in der Josefstadt ist nicht belegt; die Brücke schlägt der Nachbarbezirk Neubau mit der Auböck-Werkstatt in der Bernardgasse. Kanzleien im Umkreis des Landesgerichts und Haushalte mit Universitätsbezug machen Schreibgarnituren zu einem häufigen Fund. Das Theater in der Josefstadt, 1822 von Joseph Kornhäusel umgebaut und ab 1924 von Max Reinhardt geführt, prägte viele Familien; in Nachlässen aus dem Theaterumfeld stehen Figuren und Tischglocken neben Programmheften und Fotografien mit Widmung.

Altbauten ohne Lift sind in der Josefstadt häufig, breite Doppelflügeltüren erleichtern dagegen das Hinaustragen größerer Figurenlampen. Für die Ersteinschätzung genügen Fotos aus der Wohnung; bei Schreibgarnituren bitten wir um Aufnahmen aller Teile, da Deckel, Federschalen und Einsätze häufig fehlen. Die Besichtigung im Piaristenviertel oder um den Hamerlingplatz kostet nichts; gezahlt wird in bar oder durch Überweisung, wie es Ihnen lieber ist.

Was in Josefstadt häufig auftaucht

  • Tintenzeuge und Schreibgarnituren – Kanzleien und Gelehrtenhaushalte nahe Landesgericht und Universität
  • Kartenschalen und Vide-poches – Vorzimmer der Biedermeier- und Gründerzeitwohnungen
  • Tischglocken in Figurenform – Speisezimmer von Haushalten mit langer Wohndauer

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 8. Bezirk.

Künstler

22

Manufakturen & Marken

6

Epochen & Stile

10

Materialien, Techniken & Punzen

10

Fragen zu Wiener Bronzen

Woran erkenne ich eine echte Wiener Bronze?

An Gewicht, scharfer Ziselierung, mehrschichtiger Kaltbemalung und an der Unterseite mit Gewinden, Muttern und eingeschlagenen Marken. Nachgüsse sind leichter, glatter lackiert und weicher in den Details. Ein Foto der Unterseite hilft bei der Einschätzung.

Meine Figur hat keine Marke – ist sie trotzdem echt?

Das ist gut möglich, denn viele Wiener Bronzen sind ungemarkt, weil Werkstätten für Händler arbeiteten oder kleine Stücke keinen Platz boten. Entscheidend sind Guss, Ziselierung und Bemalung.

Soll ich die Figur reinigen oder nachmalen lassen?

Nein. Abrieb der originalen Bemalung mindert weniger als eine Übermalung. Staub lässt sich vorsichtig mit einem weichen Pinsel entfernen, Wasser und Reinigungsmittel lösen die Kaltbemalung.

Was bedeutet die Signatur „Namgreb“?

„Namgreb“ ist die rückwärts gelesene Form von Bergman. Die Werkstatt verwendete sie vor allem für erotische Klappfiguren, bei denen sich ein Mantel oder Gehäuse öffnen lässt.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.