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Künstler: Kunstgewerbeschule & Keramik

Michael Powolny

Keramiker, Bildhauer, Lehrer, 1871–1954, Judenburg – Wien

Hafnermeister, Mitbegründer der Wiener Keramik und Leiter der Keramikklasse der Kunstgewerbeschule 1909–1936; Putten mit Füllhorn.

Michael Powolny schloss eine Hafnerlehre ab, besuchte 1891–1894 die Fachschule für Tonindustrie in Znaim und 1894–1901 die Wiener Kunstgewerbeschule. 1906 gründete er mit Bertold Löffler die Wiener Keramik, die 1913 mit der Gmundner Tonwarenfabrik Schleiss zur Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik fusionierte. 1909–1936 lehrte er an der Kunstgewerbeschule; aus seiner Klasse kamen Lucie Rie, Vally Wieselthier, Ena Rottenberg, Marianne Rath und Ida Schwetz-Lehmann. Er starb 1954 in Wien.

Powolny modellierte Putten, Jahreszeitenfiguren und Gefäße, oft aus weißer Fayence mit schwarzem Dekor, etwa den „Putto mit Füllhorn“ um 1907. Er entwarf außerdem Gläser, die Wiener und böhmische Firmen ausführten. Viele seiner Modelle wurden über die Wiener Werkstätte vertrieben. Über seine Schülerinnen und Schüler wirkte seine Klasse auf die Wiener Keramik der Zwischenkriegszeit und auf die Emigrantinnen in London und den USA.

Stücke der Wiener Keramik tragen die eingepresste „WK“-Marke und das Monogramm „MP“; nach 1913 folgen Marken der Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik. Modelle wurden später weiter ausgeformt; jüngere Marken, hellere Scherben und weichere Konturen trennen Nachausformungen von frühen Stücken. Bei den schwarz-weißen Putten sind abgestoßene Finger, Zehen und Füllhornränder häufig restauriert.

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