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Alte Meister im 20. Bezirk, 1200 Wien

Alte Meister in der Brigittenau: Spuren Leopold Wilhelms

Erzherzog Leopold Wilhelm stiftete 1645 die Brigittakapelle – derselbe Sammler, auf dessen Bestand die Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums zurückgeht.

Die Brigittenau besteht vorwiegend aus kleinen und mittleren Altbauwohnungen und Gemeindebauten; erst mit Donauregulierung, Nordwestbahnhof und Hafenanlagen am Handelskai wuchs ab den 1870er-Jahren ein Arbeiter- und Industrieviertel. Viele Gemeindewohnungen bewohnen seit Jahrzehnten dieselben Familien, Altmieter in Gründerzeithäusern um Wallensteinplatz und Hannovermarkt bewahren mitunter Kredenzen und Küchenkästen der Erstausstattung. Alte Gemälde sind hier meist Einzelstücke: Heiligenbilder, Kopien nach Galeriebildern, gelegentlich ein Bildnis des 18. Jahrhunderts, das über Umwege in die Familie kam.

Nach der Bedrohung durch schwedische Truppen stiftete Erzherzog Leopold Wilhelm 1645 die Brigittakapelle, erbaut 1651. Derselbe Habsburger trug als Statthalter in Brüssel eine der großen Gemäldesammlungen seiner Zeit zusammen; David Teniers d. J. hielt sie in Galeriebildern fest, und die Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums geht auf diesen Bestand zurück. Um die Kapelle entwickelten sich Gasthäuser und der Brigittenauer Kirchtag. Friedrich von Schmidts neugotische Brigittakirche (1867–1873) gehört dagegen dem Historismus an.

Kellerabteile in Gemeindebauten wie Winarskyhof oder Friedrich-Engels-Platz-Hof bewahren oft Bilder, die bei einer Übersiedlung abgehängt wurden. Rahmen und Leinwand leiden dort unter Feuchtigkeit; bringen Sie Gemälde vor dem Termin in die Wohnung. Wir sehen sie kostenlos an, prüfen die Rückseite auf Stempel und Klebezettel und benennen Original, Replik oder Kopie. Bezahlt wird bar oder per Überweisung.

Was in Brigittenau häufig auftaucht

  • Heiligenbilder und alte Kopien – Altmieter- und Gemeindebauwohnungen um Wallensteinplatz und Hannovermarkt
  • Genreszenen vom Brigittenauer Kirchtag – beliebtes Motiv des 18. und 19. Jahrhunderts

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 20. Bezirk.

Künstler

80

Manufakturen & Marken

3

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

16

Fragen zu Alte Meister

Kann ich nur den Rahmen verkaufen?

Ja. Rahmen aus Barock und Régence werden auch ohne Bild gesammelt, weil Händler und Museen passende Fassungen für ihre Bestände suchen. Fotos von Ecke, Profil und Rückseite genügen für eine erste Einschätzung.

Mein Bild ist mit „Brueghel“ beschriftet – ist es ein Original?

Ein Name auf Rahmen oder Rückseite gibt zunächst die Meinung früherer Besitzer wieder. Von Pieter Brueghel d. J. und Jan Brueghel d. Ä. existieren zahlreiche Werkstattfassungen und Nachfolgearbeiten, die eigenen Marktwert haben. Die Einstufung klärt erst der Vergleich von Malweise, Bildträger und Komposition.

Soll ich das Bild vor dem Verkauf reinigen lassen?

Nein. Eine unsachgemäße Reinigung kann Lasuren und Signaturen abtragen, die für die Zuschreibung entscheidend sind. Lassen Sie Schmutz und Firnis unverändert; der Zustand wird bei der Bewertung berücksichtigt.

Was bedeuten Siegel und Nummern auf der Rückseite?

Lacksiegel stammen oft von Adelssammlungen, Zollämtern oder Verlassenschaftsverfahren, Kreidenummern und Etiketten von Auktionen und Ausstellungen. Sie gehören zur Provenienz und sollten nicht entfernt werden. Fotografieren Sie die Rückseite deshalb vollständig.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.