Material: Textil & Kunststoffe
Nadelspitze
Mit Nadel und Faden in Schlingenstichen aufgebaute Spitze, berühmt als venezianische Gros Point und französische Point d'Alençon.
Nadelspitze wird mit einer einzigen Nadel und einem Faden aufgebaut: Auf eine vorgezeichnete Unterlage legt die Spitzenmacherin Konturfäden und füllt die Flächen mit dicht gesetzten Schlingenstichen. Im 17. Jahrhundert wurde Venedig mit der reliefartigen Gros Point berühmt, Frankreich förderte unter Colbert die Point de France und später die Point d'Alençon. Auch Burano bei Venedig ist für Nadelspitze bekannt. Kragen, Jabots, Manschetten und Altartücher zeigen diese Technik. Eine einzige Spitze konnte monatelange Arbeit erfordern.
Stark vergrößert zeigt Nadelspitze reihenweise gesetzte Schlingenstiche, ähnlich Knopflochstichen, und oft erhabene, gepolsterte Konturen. Die Stege zwischen den Motiven sind mit Schlingen überstochen. Klöppelspitze besteht dagegen aus gedrehten Fadenpaaren. Maschinennachahmungen wirken flach und gleichmäßig. Feinheit und Gleichmäßigkeit der Stiche verraten die Qualität. Ältere Nadelspitze ist meist aus Leinen und gelblich verfärbt. Fehlende Stege und gerissene Konturen sind die häufigsten Schäden.
Venezianische und französische Nadelspitze des 17. und 18. Jahrhunderts ist selten und gesucht. Spätere Nadelspitzen aus Burano und Belgien haben ebenfalls Sammler. Maschinennachahmungen haben geringen Wert. Risse und Löcher mindern den Wert, lassen sich aber restaurieren. Kleinere Fragmente werden oft gerahmt und als Studienstücke gehandelt.
So prüfen Sie es
- Schlingenstiche wie Knopflochstiche
- gepolsterte Konturen
- überstochene Stege
- keine gedrehten Fadenpaare
- flache Maschinennachahmungen
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