Material: Textil & Kunststoffe
Klöppelspitze
Spitze aus mit Klöppeln verdrehten und verflochtenen Fäden, berühmt aus Flandern, dem Erzgebirge und Idrija.
Klöppelspitze entsteht auf einem Klöppelkissen: Fäden sind auf kleine Holzspulen, die Klöppel, gewickelt und werden nach einem Klöppelbrief um Nadeln gedreht und gekreuzt. Seit dem 16. Jahrhundert wurde in Flandern, mit Zentren in Brüssel und Mecheln, feinste Spitze geklöppelt. Im Erzgebirge soll Barbara Uthmann das Klöppeln im 16. Jahrhundert verbreitet haben. In Österreich-Ungarn war die Spitze aus Idrija im heutigen Slowenien bekannt. Spitzen dienten für Kragen, Manschetten, Taschentücher, Hauben und liturgische Textilien.
Unter der Lupe zeigt Klöppelspitze gedrehte und geflochtene Fadenpaare ohne Knoten und ohne Schlingenstiche. Die Muster sind von einem Grund aus Netz- oder Sternmustern umgeben. Handgeklöppelte Spitze weist kleine Unregelmäßigkeiten auf, Maschinenspitze ist völlig gleichmäßig und zeigt oft durchlaufende Fäden. Leinenspitze ist fester als Baumwolle. Vergilbung und Stockflecken sind häufig, Risse an Faltstellen ebenso. Ein Vergleich mit Musterbüchern ermöglicht eine regionale Zuordnung.
Feine flandrische Spitze des 17. und 18. Jahrhunderts und vollständige Kragen sind gesucht. Maschinenspitze des 20. Jahrhunderts hat geringen Wert. Für die Bewertung zählen Feinheit, Erhaltung und Größe. Spitzensammlungen mit Klöppelbriefen und Werkzeug finden Interesse. Spitze sollte gerollt statt gefaltet aufbewahrt werden.
So prüfen Sie es
- gedrehte und geflochtene Fadenpaare
- keine Knoten und Schlingen
- Netzgrund
- kleine Unregelmäßigkeiten bei Handarbeit
- gleichförmige Maschinenspitze
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