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Textilien, Stickerei & Spitze im 9. Bezirk, 1090 Wien

Textilien aus dem Alsergrund: Ärztehaushalte und Biedermeierhäuser

Ärzte- und Professorenwohnungen an der Berggasse, Vorstadthäuser in Lichtental und die Tandelmarkthalle am Roßauer Glacis prägen die Textilgeschichte des Alsergrunds.

Großbürgerliche Familien an Währinger Straße, Porzellangasse und Liechtensteinstraße statteten ihre Töchter mit umfangreicher Aussteuer aus, und Reste davon liegen bis heute in Wäschekästen: Leintücher mit gesticktem Monogramm, Tischwäsche in Damast, Taufkleider mit Spitzeneinsätzen. In den kleineren Vorstadthäusern von Lichtental und am Himmelpfortgrund, Schuberts Geburtsviertel, finden sich eher Stickbilder und Handarbeiten des Biedermeier. Kaschmirschals und Spitzenkragen gehören in beiden Milieus zum Bestand.

Von 1864 bis 1944 hatte der Wiener Tandelmarkt eine eigene Halle auf dem Roßauer Glacis nahe der Berggasse; Hausrat, Kleidung und Stoffe aus der ganzen Stadt wechselten dort die Besitzer, bis die Halle im Krieg zerstört wurde. Der Bezirk hatte bis 1938 eine große jüdische Bevölkerung, deren Wohnungen nach dem „Anschluss“ beraubt und aufgelöst wurden. Für Paramente aus dem Umfeld von Votivkirche oder Servitenkirche gilt wie überall: Ankauf nur bei belegtem Erwerb.

Stammen Textilien von Familien, die bis 1938 am Alsergrund wohnten, fragen wir nach Erbunterlagen und Familiengeschichte; das gilt besonders für Judaica wie Toravorhänge oder Challadecken. Für Wäsche und Spitzen genügen zunächst Fotos von Monogramm, Rückseite und Gegenlicht. Die kostenlose Besichtigung in den Wohnungen an der Berggasse planen wir so, dass auch Dachbodenabteil und Truhen geöffnet werden können.

Was in Alsergrund häufig auftaucht

  • Aussteuerwäsche, Damast und Taufkleider – großbürgerliche Haushalte an Währinger Straße und Porzellangasse
  • Stickbilder und Handarbeiten des Biedermeier – Vorstadthäuser in Lichtental und am Himmelpfortgrund
  • Kaschmir- und Paisleyschals – Garderoben des Bildungsbürgertums im Universitätsviertel

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 9. Bezirk.

Künstler

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Manufakturen & Marken

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Epochen & Stile

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Materialien, Techniken & Punzen

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Fragen zu Textilien, Stickerei & Spitze

Kaufen Sie Messgewänder und Kirchentextilien?

Ja, wenn die Herkunft geklärt ist, etwa bei Paramenten aus Familienbesitz oder aus einer dokumentierten Veräußerung einer Pfarre. Ohne geklärte Provenienz kaufen wir kirchliche Textilien nicht an.

Wie lagere ich alte Textilien bis zur Besichtigung?

Dunkel, trocken und luftig, am besten in säurefreiem Seidenpapier. Plastiksäcke fördern Stockflecken, Falten an immer derselben Stelle führen zu Brüchen.

Soll ich alte Wäsche und Spitze vor dem Verkauf waschen?

Nein. Waschen, Bleichen und Stärken kann alte Fasern beschädigen und Flecken fixieren. Wir bewerten Textilien in ihrem aktuellen Zustand.

Woran erkenne ich handgeklöppelte Spitze?

Mit einer Lupe sieht man verflochtene Fadenpaare und kleine Unregelmäßigkeiten. Maschinenspitze ist völlig gleichmäßig und hat oft einen Tüllgrund aus sechseckigen Maschen.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.