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Alte Meister im 5. Bezirk, 1050 Wien

Alte Meister in Margareten: Kopie, Öldruck oder Original

Zwischen Margaretenplatz und Gürtel hängen selten Museumsstücke, häufig aber barocke Andachtsbilder, alte Kopien und Öldrucke. Wir sagen Ihnen, was Sie besitzen.

Margareten ist ein Bezirk der kleinen Wohnungen: Gründerzeithäuser, ursprünglich mit Zimmer, Küche und Gangtoilette, und Gemeindebauten der 1920er- und 1950er-Jahre am Margaretengürtel. Viele Mieter wohnen seit Jahrzehnten an derselben Adresse, und was an der Wand hängt, kam oft durch Erbschaft aus anderen Haushalten der Familie. Typisch sind Heiligenbilder auf Leinwand, Kopien nach Galeriebildern und Öldrucke des späten 19. Jahrhunderts, die Pinselstriche nachahmen; ein echtes Kabinettbild des 17. Jahrhunderts bleibt die Ausnahme, kommt aber vor.

Einen belegten Bezug zu einzelnen Altmeistern hat Margareten nicht; die Brücke führt über die ältesten Bauten und den Handel. Die Pfarrkirche St. Josef zu Margareten stammt aus dem 18. Jahrhundert, im Schlossquadrat am Margaretenplatz sind Reste des Schlossbezirks erhalten, der auf einen Gutshof mit Margaretenkapelle zurückgeht. Samstags liegt an der Kettenbrückengasse, unmittelbar an der Bezirksgrenze, der Flohmarkt am Naschmarkt – dort wechseln Kopien und Andachtsbilder den Besitzer, gelegentlich auch Stücke, die mehr sind, als der Rahmen verspricht.

Einen Öldruck erkennt man unter der Lupe am Punkt- oder Kornmuster des Drucks und an der gleichmäßig geprägten Leinwandstruktur; Ölfarbe zeigt dagegen Pinselgrate, Craquelé und Retuschen. Fotografieren Sie Bild und Rückseite, wir melden uns mit einer Ersteinschätzung. Auch wenn sich ein Gemälde als Kopie erweist, kann ein barocker Rahmen Wert haben. In Gemeindebauwohnungen sehen wir das Kellerabteil mit an, denn dort landen abgehängte Bilder häufig.

Was in Margareten häufig auftaucht

  • Barocke Heiligenbilder auf Leinwand – Erbstücke in Haushalten mit jahrzehntelanger Wohndauer
  • Alte Kopien nach Galeriebildern – verbreiteter Wandschmuck der Gründerzeitwohnungen
  • Barocke Bilderrahmen – mitunter wertvoller als das Bild, das sie heute fassen

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 5. Bezirk.

Künstler

80

Manufakturen & Marken

3

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

16

Fragen zu Alte Meister

Was ist eine alte Expertise wert?

Eine Expertise ist so belastbar wie ihr Verfasser und der Forschungsstand zu ihrem Datum. Gutachten aus den 1920er- bis 1960er-Jahren werden heute oft anders beurteilt. Sie fließen in die Bewertung ein, ersetzen aber nicht die Prüfung des Bildes.

Kann ich nur den Rahmen verkaufen?

Ja. Rahmen aus Barock und Régence werden auch ohne Bild gesammelt, weil Händler und Museen passende Fassungen für ihre Bestände suchen. Fotos von Ecke, Profil und Rückseite genügen für eine erste Einschätzung.

Mein Bild ist mit „Brueghel“ beschriftet – ist es ein Original?

Ein Name auf Rahmen oder Rückseite gibt zunächst die Meinung früherer Besitzer wieder. Von Pieter Brueghel d. J. und Jan Brueghel d. Ä. existieren zahlreiche Werkstattfassungen und Nachfolgearbeiten, die eigenen Marktwert haben. Die Einstufung klärt erst der Vergleich von Malweise, Bildträger und Komposition.

Soll ich das Bild vor dem Verkauf reinigen lassen?

Nein. Eine unsachgemäße Reinigung kann Lasuren und Signaturen abtragen, die für die Zuschreibung entscheidend sind. Lassen Sie Schmutz und Firnis unverändert; der Zustand wird bei der Bewertung berücksichtigt.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.