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Alte Meister im 10. Bezirk, 1100 Wien

Alte Meister in Favoriten: Heiligenbilder, Kopien, Erbstücke

Im bevölkerungsreichsten Bezirk Wiens kommen alte Gemälde meist als Erbstück: barocke Heiligenbilder aus böhmischen Familien, Kopien und gelegentlich ein echtes Kabinettbild.

Favoriten wuchs mit Südbahnhof, Staatsbahnhof und den Ziegelwerken am Wienerberg, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts Arbeiter aus Böhmen und Mähren anzogen. In deren Familien blieben Heiligenbilder, Andachtsbilder und religiöse Druckgrafik oft über Generationen erhalten, ergänzt um Kopien nach Galeriebildern. Gründerzeit-Zinshäuser im Norden, Gemeindebauten wie der George-Washington-Hof und Siedlungshäuser in Oberlaa und Unterlaa bilden den Bestand; Gemeindewohnungen werden häufig innerhalb der Familie weitergegeben, wodurch Bilder an Ort und Stelle bleiben.

Ältestes Bauwerk ist die Spinnerin am Kreuz an der Triester Straße, eine gotische Wegsäule, die Hans Puchsbaum 1452 errichtete – ein Zeugnis jener Spätgotik, aus der auch die Tafelbilder und Altarflügel unserer Ankaufsliste stammen. Tschechische Vereine, Schulen und Kirchen prägten den Bezirk bis ins 20. Jahrhundert; mit ihnen kam barocke Frömmigkeitskultur aus Böhmen und Mähren nach Wien. Die Antonskirche von Franz von Neumann (1896–1901) gehört schon dem Historismus an. Altmeisterbilder im engeren Sinn sind hier selten, Andachtsbilder des 18. Jahrhunderts häufiger.

Ein Heiligenbild auf Leinwand lässt sich von einem aufgezogenen Druck oft schon auf Fotos unterscheiden, wenn Sie Streiflicht von der Seite nutzen. Schicken Sie Aufnahmen per WhatsApp; die Besichtigung ist kostenlos, auch in Siedlungshäusern mit Dachboden in Oberlaa oder Rothneusiedl. Inschriften in tschechischer Sprache, Votivvermerke und Bruderschaftszettel auf der Rückseite helfen bei der Herkunftsbestimmung. Bezahlt wird bar oder per Überweisung.

Was in Favoriten häufig auftaucht

  • Barocke Heiligenbilder aus Böhmen und Mähren – Familiengeschichte der Zuwanderung in den Ziegel- und Bahnbezirk
  • Kopien nach Galeriebildern – Wandschmuck in Gemeindewohnungen, die innerhalb der Familie weitergegeben wurden

Mit Bezug zu Favoriten

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 10. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 10. Bezirk.

Künstler

80

Manufakturen & Marken

3

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

16

Fragen zu Alte Meister

Was bedeuten Siegel und Nummern auf der Rückseite?

Lacksiegel stammen oft von Adelssammlungen, Zollämtern oder Verlassenschaftsverfahren, Kreidenummern und Etiketten von Auktionen und Ausstellungen. Sie gehören zur Provenienz und sollten nicht entfernt werden. Fotografieren Sie die Rückseite deshalb vollständig.

Kaufen Sie auch Bilder mit Rissen oder Löchern?

Ja, sofern Motiv und Malschicht eine Restaurierung rechtfertigen. Ein Riss in der Leinwand oder eine gesprungene Tafel kommt bei Bildern dieses Alters häufig vor und schließt einen Ankauf nicht aus.

Ist ein unsigniertes Bild weniger wert?

Viele Alte Meister signierten selten, Werkstattbilder blieben grundsätzlich ohne Namen. Entscheidend sind Malqualität, Erhaltung und eine Zuschreibung über Vergleichswerke. Eine später aufgemalte, falsche Signatur schadet einem Bild eher.

Wie wird ein großformatiges Altarbild besichtigt und abgeholt?

Die Besichtigung erfolgt am Standort, auch auf Dachböden oder in Stiegenhäusern. Für den Transport wird das Bild in Decken und Karton verpackt und bei Bedarf aus dem Rahmen genommen. Bei sakralen Bildern wird vorab die Herkunft geklärt.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.