Material: Hölzer & Möbelbau
Eiche
Schweres, ringporiges Hartholz mit Spiegeln, prägend für Gotik, Renaissance, norddeutsche Barockschränke und den Historismus.
Eichenholz von Stiel- und Traubeneiche ist hart, schwer und dauerhaft. Gotische Truhen, Renaissance- und Barockschränke aus Norddeutschland, den Niederlanden und Flandern bestehen häufig aus massiver Eiche. Im Historismus wurde sie in Wien zum Material der altdeutschen Speisezimmer mit Schnitzereien. Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätte setzten schwarz gebeizte Eiche mit hell ausgeriebenen Poren ein, und die Bewegung des Arts and Crafts in England schätzte das Holz ebenso.
Eiche ist ringporig mit gut sichtbaren Poren. Quer zu den Jahrringen geschnittenes Holz zeigt breite, glänzende Markstrahlen, die Spiegel. Der hohe Gerbstoffgehalt führt bei Kontakt mit Eisen zu schwarzen Flecken, etwa um alte Nägel. Altes Eichenholz ist dunkelbraun nachgedunkelt; Räuchern mit Ammoniak erzeugt bei Möbeln um 1900 ähnliche Töne. Das hohe Gewicht des Holzes fällt beim Anheben unmittelbar auf. Geschnitzte Teile zeigen bei Handarbeit unregelmäßige Werkzeugspuren.
Bei Eichenmöbeln entscheiden Alter, Konstruktion und Zustand. Echte Renaissance- und Barockschränke sind selten, historistische Nachbauten der Zeit um 1880 häufig. Diese erkennt man an maschineller Verarbeitung, Drahtstiften und gleichmäßigen Schnitzereien. Möbel der Moderne in Eiche finden Designsammler. Spätere Ergänzungen an Kranz und Sockel sind bei Barockschränken häufig und mindern den Wert.
So prüfen Sie es
- grobe, ringporige Struktur
- glänzende Spiegel im Quartierschnitt
- schwarze Flecken um Eisenteile
- hohes Gewicht
- dunkle Alterung oder Räucherung
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