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Material: Malerei & Grafik

Öldruck

Farblithografische Reproduktion eines Ölgemäldes, gefirnisst und mit Leinwandstruktur geprägt; im späten 19. Jahrhundert massenhaft als Wandschmuck verbreitet.

Der Öldruck ist eine Farblithografie, oft mit zehn und mehr Farbsteinen gedruckt, die ein Ölgemälde nachahmt. Nach dem Druck wurde das Blatt gefirnisst, mit einer Leinwand- oder Pinselstruktur geprägt und häufig auf Leinwand kaschiert und auf einen Keilrahmen gespannt. In den USA machte der Bostoner Drucker Louis Prang solche Bilder ab den 1860er-Jahren als „Chromos“ populär.

Zwischen etwa 1860 und 1914 schmückten Öldrucke nach Landschaften, Genreszenen, Heiligenbildern und Herrscherporträts viele bürgerliche und bäuerliche Wohnungen. Kunstverlage boten sie in Prunkrahmen an, teils als Prämien für Abonnenten von Zeitschriften. Manche Öldrucke wurden nachträglich mit einzelnen pastosen Pinselstrichen übermalt, um ein Original vorzutäuschen.

Unter der Lupe zeigt ein Öldruck das Korn des Lithografiesteins oder Rasterpunkte in den Farbflächen, ein Gemälde dagegen übereinanderliegende Pinselschichten. Die geprägte Struktur verläuft gleichmäßig über das ganze Bild und folgt nicht den Farbgrenzen. Auf der Rückseite scheint oft Papier durch die Leinwand oder steht am Rand über. Der Wert liegt meist im Dekor und im Rahmen; Übermalungen mindern ihn.

So prüfen Sie es

  • Lithokorn oder Raster unter der Lupe
  • gleichmäßig geprägte Leinwandstruktur
  • keine echten Pinselschichten
  • Papier auf Leinwand kaschiert
  • einzelne aufgesetzte Pinselstriche bei Übermalung

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.