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Zeitgenössische Kunst im 5. Bezirk, 1050 Wien

Kunst nach 1945 in Margareten: Gemeindebau, Sgraffito, Dachgeschoß

Wotrubas Relief in der Reinprechtsdorfer Straße, Sgraffiti an Wiederaufbaubauten und ausgebaute Dachgeschoße: Margareten zeigt zeitgenössische Kunst im Alltag des Wohnbaus.

Kleine Gründerzeitwohnungen, ursprünglich oft Zimmer-Küche mit Gangtoilette, und Gemeindewohnungen der 1920er- und 1950er-Jahre prägen Margareten. Wer hier seit Jahrzehnten wohnt, hat Kunst meist in handlichen Formaten gesammelt: Lithografien, Radierungen, Aquarelle, ein gerahmtes Plakat einer Ausstellung. Seit den Dachbodenausbauten in Matzleinsdorf, um den Margaretenplatz und am Siebenbrunnenplatz ziehen Haushalte zu, die größere Leinwände und Fotoarbeiten unter die Dachschrägen hängen. In Verlassenschaften stehen beide Welten oft im selben Stiegenhaus nebeneinander.

Fritz Wotruba schuf 1953 ein Relief in der Reinprechtsdorfer Straße, das Matzleinsdorfer Hochhaus der 1950er-Jahre steht für den Wiederaufbau. Baulücken nach 1945 schloss die Gemeinde mit Bauten, die Sgraffiti und Mosaike tragen; Künstler, die solche Aufträge ausführten, hinterließen Entwürfe, Kartons und Skizzenbücher. Der Margaretengürtel mit Reumannhof, Metzleinstaler Hof und Franz-Domes-Hof zeigt, wie eng Architektur und Bildprogramm im Wiener Gemeindebau verbunden waren; das Margarete Schütte-Lihotzky Zentrum erinnert an eine der Architektinnen dieser Tradition.

In Gemeindebauten am Gürtel liegen gerahmte Blätter häufig im Kellerabteil, eingewickelt in Zeitungspapier; nehmen Sie den Schlüssel zur Besichtigung mit. In Gründerzeithäusern ohne Lift tragen wir Großformate über die Stiege und prüfen vorher die Kurve am Treppenauge. Bei Entwurfszeichnungen für Kunst am Bau hilft jede Angabe zum Auftrag: Adresse des Baus, Jahr, Auftraggeber. Ausgebaute Dachgeschoße erreichen wir meist über den neuen Lift.

Was in Margareten häufig auftaucht

  • Entwürfe und Kartons für Kunst am Bau – Sgraffiti und Mosaike der Wiederaufbaubauten im Bezirk.
  • Druckgrafik der 1950er- bis 1980er-Jahre – gerahmte Blätter in langjährig bewohnten Gemeindewohnungen.
  • Leinwände und Fotoarbeiten aus ausgebauten Dachgeschoßen – neue Haushalte seit den Sanierungen.

Mit Bezug zu Margareten

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 5. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 5. Bezirk.

Künstler

232

Manufakturen & Marken

1

Epochen & Stile

28

Materialien, Techniken & Punzen

12

Fragen zu Zeitgenössische Kunst

Mein Bild ist nur rückseitig signiert – ist das ein Problem?

Nein, bei Gegenwartskunst ist die rückseitige Signatur mit Titel und Datum üblich. Wichtig ist, dass sie zur Handschrift des Künstlers passt und durch Rechnung oder Zertifikat gestützt wird.

Was mache ich, wenn das Zertifikat fehlt?

Viele Werke wurden direkt im Atelier oder ohne Papiere erworben. Dann helfen Fotos, Briefe, Ausstellungskataloge und eine Anfrage beim Künstler, seinem Studio oder der Galerie. Diese Klärung ist Teil der Bewertung.

Meine Neonarbeit leuchtet nicht mehr – kaufen Sie sie trotzdem?

Ja, wenn das Objekt sonst intakt ist. Röhren und Transformatoren lassen sich nach Vorgabe der Künstlerin oder des Künstlers ersetzen; der Aufwand fließt in die Bewertung ein.

Sind Editionen und Multiples für Sie interessant?

Ja, wenn Auflage, Signatur und Zustand stimmen. Editionen von Erwin Wurm, Franz West, Brigitte Kowanz oder Joseph Beuys haben einen eigenen Sammlermarkt.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.