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Alte Meister im 9. Bezirk, 1090 Wien

Alte Meister im Alsergrund: Gelehrtenhaushalte und Ordinationen

Vom Gartenpalais Liechtenstein bis zur Berggasse: Im 9. Bezirk kommen Altmeistergemälde häufig aus Ärzte- und Professorenhaushalten mit gewachsenen Sammlungen.

An Währinger Straße, Liechtensteinstraße, Porzellangasse und Berggasse liegen großbürgerliche Gründerzeitwohnungen, viele seit jeher Wohnung und Ordination zugleich. Ärzte, Juristen und Professoren der Wiener Medizinischen Schule sammelten hier Grafik und Gemälde neben ihren Fachbibliotheken; barocke Bildnisse, niederländische Kabinettbilder und Andachtsbilder finden sich in solchen Verlassenschaften neben medizinischen Instrumenten. In Lichtental, Michelbeuern und am Himmelpfortgrund, wo Franz Schubert 1797 zur Welt kam, sind die Wohnungen kleiner, die Bilder eher Erbstücke aus bürgerlichem Besitz.

Das Gartenpalais Liechtenstein entstand um 1690–1711 nach Plänen Domenico Martinellis; Andrea Pozzo malte das Deckenfresko des Herkulessaals, Johann Michael Rottmayr die Stiegenhäuser, und Peter Paul Rubens’ Decius-Mus-Zyklus gehört zu den Fürstlichen Sammlungen. Die Strudlhofgasse erinnert an Peter Strudels Strudelhof; Peter Strudel gründete 1692 jene private Malerakademie, aus der die Akademie der bildenden Künste hervorging. In der Votivkirche steht das Renaissance-Hochgrab des Niklas Graf Salm, die Servitenkirche wurde ab 1651 errichtet.

Vor 1938 lebte im Alsergrund eine große jüdische Bevölkerung, Wohnungen, Praxen und Sammlungen wurden beraubt. Für Gemälde, die vor 1938 in jüdischem Besitz waren oder danach erworben wurden, prüfen wir deshalb die Herkunft anhand von Rechnungen, Ausstellungsetiketten und Familienunterlagen, bevor ein Angebot folgt. Die Besichtigung ist kostenlos; in Ordinationswohnungen sehen wir auch Wartezimmer und Archivräume an, in denen mitunter Bilder lagern.

Was in Alsergrund häufig auftaucht

  • Niederländische Kabinettbilder – Sammlungen von Ärzten und Professoren an Währinger Straße und Berggasse
  • Barocke Bildnisse – Erbstücke in bürgerlichen Haushalten von Lichtental und Himmelpfortgrund
  • Ölskizzen und Bozzetti – Vergleich mit den Fresken von Pozzo und Rottmayr im Gartenpalais Liechtenstein

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 9. Bezirk.

Künstler

80

Manufakturen & Marken

3

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

16

Fragen zu Alte Meister

Was ist eine alte Expertise wert?

Eine Expertise ist so belastbar wie ihr Verfasser und der Forschungsstand zu ihrem Datum. Gutachten aus den 1920er- bis 1960er-Jahren werden heute oft anders beurteilt. Sie fließen in die Bewertung ein, ersetzen aber nicht die Prüfung des Bildes.

Kann ich nur den Rahmen verkaufen?

Ja. Rahmen aus Barock und Régence werden auch ohne Bild gesammelt, weil Händler und Museen passende Fassungen für ihre Bestände suchen. Fotos von Ecke, Profil und Rückseite genügen für eine erste Einschätzung.

Mein Bild ist mit „Brueghel“ beschriftet – ist es ein Original?

Ein Name auf Rahmen oder Rückseite gibt zunächst die Meinung früherer Besitzer wieder. Von Pieter Brueghel d. J. und Jan Brueghel d. Ä. existieren zahlreiche Werkstattfassungen und Nachfolgearbeiten, die eigenen Marktwert haben. Die Einstufung klärt erst der Vergleich von Malweise, Bildträger und Komposition.

Soll ich das Bild vor dem Verkauf reinigen lassen?

Nein. Eine unsachgemäße Reinigung kann Lasuren und Signaturen abtragen, die für die Zuschreibung entscheidend sind. Lassen Sie Schmutz und Firnis unverändert; der Zustand wird bei der Bewertung berücksichtigt.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.