Altdeutsche Tafelbilder
Tempera- und Ölbilder auf Holz aus Spätgotik und Renaissance, oft Teile ehemaliger Flügelaltäre.
Als altdeutsche Tafelbilder gelten Gemälde aus dem süddeutschen und österreichischen Raum zwischen etwa 1450 und 1550, gemalt in Tempera und Öl auf Nadel- oder Lindenholz über einem Kreidegrund. Häufig handelt es sich um Flügel zerlegter Altäre mit Heiligen, Passionsszenen oder Stifterfiguren, oft vor Goldgrund oder gepresstem Brokatmuster. Aus dem Salzburger und Tiroler Raum stammen Werke im Umkreis von Rueland Frueauf d. Ä. und Michael Pacher, aus der Donauschule Landschaften und Andachtsbilder nach Albrecht Altdorfer und Wolf Huber. Lucas Cranach d. Ä. arbeitete um 1502 einige Jahre in Wien.
Für die Bewertung zählen Erhaltung von Goldgrund und Malschicht, Lesbarkeit der Szene und eine nachvollziehbare Herkunft, da viele Tafeln aus Kirchen stammen. Eine auch rückseitig bemalte Tafel verweist auf einen Altarflügel. Wurmfraß, Spaltrisse und spätere Verstärkungsleisten sind häufig und restaurierbar. Neugotische Tafeln des 19. Jahrhunderts verraten sich durch gleichmäßig maschinell bearbeitetes Holz, industrielles Blattgold und eine zu glatte Malweise. Fotos der Rückseite zeigen Dünnungen, Parkettierungen und Sägekanten, die auf einen größeren Zusammenhang verweisen.
Woran man es erkennt
- Holztafel mit Kreidegrund
- Goldgrund oder Pressbrokat
- Rückseitige Bemalung bei Altarflügeln
- Herkunft aus Kirchenbesitz klären
- Neugotische Nachahmungen erkennen
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