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Epoche

Rokoko

Epoche, um 1730–1770

Asymmetrie, Muschelwerk und Pastellfarben: Das Rokoko bestimmte Interieurs, Porzellan und Silber am Hof Maria Theresias und in Schönbrunn.

Der Stil entstand in den 1720er-Jahren in Paris, wo Ornamentstecher wie Juste-Aurèle Meissonnier und Nicolas Pineau die Rocaille – ein muschel- und felsartiges, asymmetrisches Ornament – entwickelten. Über Vorlagenstiche aus Augsburg erreichte er die Höfe im Reich. In Wien verband sich das Rokoko mit dem Spätbarock; es blieb vor allem eine Kunst der Innenräume, der Möbel, des Porzellans und der Kleinkunst, während Fassaden ruhiger blieben.

Leitform ist die C- und S-förmig geschwungene Rocaille, oft durchbrochen und asymmetrisch an Rahmen, Kartuschen und Spiegeln. Möbel wölben sich: bombierte Kommoden, geschweifte Zargen, Bocksbeine mit Schneckenfüßen, Bronzebeschläge in Muschelform. Farbskala in Pastell – Rosa, Seegrün, Weiß mit Gold. Porzellanfiguren zeigen Schäfer, Kavaliere und Komödienfiguren. Silber trägt gewundene Züge und getriebene Blumen. Genrebilder und Kabinettgemälde von Platzer und Janneck gehören zur Malerei. Kachelöfen mit Rocaillen und Pendulen in vergoldeten Holzgehäusen ergänzen die Räume.

Bernardo Bellotto malte zwischen 1758 und 1761 dreizehn Ansichten Wiens, die das Kunsthistorische Museum besitzt. In Schönbrunn haben sich Rokoko-Interieurs mit Boiserien und Porzellanöfen erhalten. Die Wiener Porzellanmanufaktur schuf unter Modellmeister Johann Joseph Niedermayer Figurengruppen; das Porzellanmuseum im Augarten zeigt Stücke dieser Zeit. Im Handel sind Kommoden, Konsoltische, Spiegelrahmen, Porzellanfiguren, Tabatieren und Wiener Rokokosilber gefragt. Goldene Tabatieren mit Email dienten am Hof als diplomatische Geschenke.

Rokoko wurde ab 1840 im Zweiten Rokoko und erneut um 1900 nachgeahmt. Nachbauten erkennt man an gleichmäßig symmetrischen Rocaillen, maschinell gefrästen Profilen und galvanisch vergoldeten Beschlägen. Echte Porzellanfiguren haben Brennrisse und Glasurunregelmäßigkeiten an der Standfläche, die Marke sitzt unter der Glasur. Bei Silber zeigen Beschauzeichen, Jahresbuchstaben und Meistermarke die Entstehungszeit.

Woran man es erkennt

  • asymmetrische Rocaille in C- und S-Schwung
  • bombierte Kommoden
  • Bocksbeine mit Schneckenfuß
  • Pastellfarben mit Gold
  • Porzellanfiguren mit Schäfer- und Komödienthemen
  • Boiserien und Spiegelrahmen
  • Kabinettbilder und Veduten
  • gewundene Züge in Silber

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