Künstler: Bildhauerei der Moderne
Fritz Wotruba
Bildhauer, Akademieprofessor, 1907–1975, Wien – Wien
Hanak-Schüler, Exil in der Schweiz und ab 1945 Leiter der Bildhauerklasse der Akademie; Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Mauer (1976).
Fritz Wotruba lernte 1921–1925 Stanzengraveur, besuchte ab 1926 Abendkurse an der Kunstgewerbeschule und kam im Herbst 1926 in die Bildhauerklasse Anton Hanaks, 1928/29 in die Klasse von Eugen Steinhof. Er stellte 1932, 1934 und 1936 auf der Biennale von Venedig aus. 1934 arbeitete er in Zürich, 1939–1945 lebte er im Exil in Zug. Nach dem Krieg übernahm er die Meisterschule für Bildhauerei an der Wiener Akademie. Er starb 1975 in Wien und liegt in einem Ehrengrab am Zentralfriedhof.
Wotrubas Figuren entwickeln sich von geschlossenen, liegenden und sitzenden Körpern der 1930er Jahre zu blockhaft gefügten, kubischen Aufbauten aus Stein und Bronze. 1932 entstand der „Junge Riese“ für den Gemeindebau am Friedrich-Engels-Platz, 1938 entfernt. Es folgten die „Große Sitzende“ (1949), ein Relief in der Reinprechtsdorfer Straße (1953), die „Große stehende Figur“ vor der Stadthalle (1959) und die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Mauer, 1976 geweiht. Bei ihm studierten unter anderem Joannis Avramidis, Wander Bertoni, Alfred Hrdlicka, Josef Pillhofer und Andreas Urteil.
Wotrubas Bronzen tragen meist eine Signatur und Gießerangaben; Güsse nach seinem Tod sind über den Nachlass zu belegen, der seit 2021 beim Belvedere 21 liegt. Zeichnungen in Kohle, Bleistift und Tusche sowie Druckgrafik sind häufiger als Plastik und meist signiert. Arbeiten seiner Schüler zeigen ähnliche Blockformen; Zuschreibungen ohne Provenienz sind zu prüfen. Kirchliche Ausstattungsstücke werden auf ihre Herkunft geprüft.
Epochen & Stile
Fritz Wotruba verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Liesing
Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Mauer (geweiht 1976).
Rudolfsheim-Fünfhaus
„Große stehende Figur“ vor der Wiener Stadthalle (1956–1959).
Margareten
Relief in der Reinprechtsdorfer Straße (1953).
Brigittenau
„Junger Riese“ am Gemeindebau Friedrich-Engels-Platz (1932, 1938 entfernt).
Landstraße
Nachlass und Wotruba-Bestand im Belvedere 21.
Simmering
Ehrengrab mit dem „Großen Torso“ (1971) am Zentralfriedhof.
Ebenfalls: Bildhauerei der Moderne
- Gustinus Ambrosi1893–1975
- Joannis Avramidis1922–2016
- Wander Bertoni1925–2019
- Siegfried Charoux1896–1967
- Bruno Gironcoli1936–2010
- Anton Hanak1875–1934
- Rudolf Hoflehner1916–1995
- Heinz Leinfellner1911–1974
- Richard Luksch1872–1936
- Franz Metzner1870–1919
- Josef Müllner1879–1968
- Josef Pillhofer1921–2010
- Karl Prantl1923–2010
- Teresa Feodorowna Ries1866–1956
- Ilse Twardowski-Conrat1880–1942
- Andreas Urteil1933–1963
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