Epoche
ZERO
Kunstbewegung, 1957–1966
Düsseldorfer Künstlergruppe um Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker mit Licht, Monochromie und Nagelreliefs als Neuanfang nach dem Informel.
Heinz Mack und Otto Piene veranstalteten ab 1957 in Düsseldorfer Ateliers Abendausstellungen und gaben 1958 die Zeitschrift „ZERO“ heraus; Günther Uecker schloss sich 1961 an. Der Name stand für die Stunde Null eines Neubeginns nach dem gestischen Informel. Ein internationales Netzwerk verband die Gruppe mit Yves Klein, Lucio Fontana, Piero Manzoni, Jean Tinguely und der niederländischen Gruppe Nul. Mit einer Abschlussausstellung 1966 in Bonn endete die gemeinsame Arbeit.
ZERO-Werke arbeiten mit Licht, Bewegung, Raster und Struktur statt mit Farbe als Ausdruck. Monochrome weiße Flächen, Prägungen, Nagelreliefs Ueckers, Rasterbilder und Rauchzeichnungen Pienes, Lichtrotoren und Aluminiumreliefs Macks sind typisch. Fontana schlitzte die Leinwand, Klein entwickelte sein eigenes Blau. Materialien: Nägel, Aluminium, Spiegel, Glas, Ruß, Feuer. Die Arbeiten verbinden Kunst mit Technik und Natur, Licht wird zum eigentlichen Material. Piene entwickelte ab 1959 Lichtballette mit beweglichen Lochschablonen, Uecker schlug Nägel in weiß bemalte Holzplatten und Gegenstände.
In Österreich stand der Kärntner Hans Bischoffshausen mit weißen Reliefs und Strukturbildern in Verbindung mit ZERO. Im Wiener Handel erscheinen Grafik, Multiples und Objekte von Mack, Piene und Uecker, Editionen von Fontana sowie österreichische Arbeiten im Umfeld der Gruppe. Die documenta III in Kassel zeigte 1964 einen gemeinsamen Lichtraum von Mack, Piene und Uecker. Macks Sahara-Projekt sah ab 1959 Lichtstelen in der Wüste vor und wurde 1968 realisiert.
Uecker-Nagelbilder wurden gefälscht; das Uecker-Archiv und das Werkverzeichnis sind maßgeblich, ebenso Nageltypen und Montage. Pienes Feuer- und Rauchbilder zeigen Brandspuren und Rußablagerungen, die sich nicht gleichmäßig nachahmen lassen. Multiples und Grafik der Gruppe tragen Nummern und Signaturen; Druckverfahren und Papier helfen bei der Bestimmung. Ausstellungskataloge der Zeit dokumentieren frühe Werke.
Woran man es erkennt
- monochrome weiße Flächen
- Nagelreliefs
- Rauch- und Feuerbilder
- Lichtrotoren und Aluminiumreliefs
- Raster und Prägungen
- geschlitzte Leinwand bei Fontana
- Licht als Material
- Neuanfang nach dem Informel
Künstler
- Heinz Mack
- Otto Piene
- Günther Uecker
- Yves Klein
- Lucio Fontana
- Piero Manzoni
- Jan Schoonhoven
- Hans Bischoffshausen
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