Material: Malerei & Grafik
Radierung
Tiefdruck, bei dem Linien durch einen säurefesten Grund geritzt und in die Metallplatte geätzt werden, freier im Strich als der Kupferstich.
Bei der Radierung überzieht der Künstler eine Kupfer- oder Zinkplatte mit einem säurefesten Ätzgrund und zeichnet mit einer Nadel hinein. Im Säurebad werden die freigelegten Linien vertieft. Gedruckt wird wie beim Kupferstich. Rembrandt schuf im 17. Jahrhundert die berühmtesten Radierungen, Francisco de Goya verband sie um 1800 mit Aquatinta. Im 19. und 20. Jahrhundert radierten in Wien William Unger, Ferdinand Schmutzer und viele Künstler der Wiener Secession und der Moderne.
Radierte Linien sind gleichmäßig breit, enden stumpf oder gerundet und wirken freier und zeichnerischer als gestochene Linien. Ein Plattenrand begrenzt das Bild. Mehrfaches Ätzen erzeugt unterschiedlich kräftige Linien. Unter der Lupe zeigen sich keine Rasterpunkte; die Druckfarbe liegt leicht erhaben. Bleistiftsignatur und Nummerierung am Unterrand sind seit dem späten 19. Jahrhundert üblich. Zustandsdrucke mit Änderungen der Platte sind seltener und gesucht.
Radierungen bekannter Künstler werden nach Abzugsqualität, Zustand, Auflage und Erhaltung bewertet. Frühe, kräftige Abzüge sind gesuchter als späte Nachdrucke. Reproduktionen in Heliogravüre oder Offset kommen häufig vor. Lichtschäden und Stockflecken mindern den Wert. Werkverzeichnisse der Künstler helfen, Zustand und Auflage zu bestimmen.
So prüfen Sie es
- gleichmäßig breite, stumpf endende Linien
- Plattenrand
- erhabene Druckfarbe
- Bleistiftsignatur und Nummerierung
- keine Rasterpunkte
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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