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Künstler: Kunstgewerbeschule & Keramik

Franz Barwig

Bildhauer, 1868–1931, Schönau (Nordmähren) – Wien

Holzbildhauer und Tierplastiker, Professor an der Kunstgewerbeschule 1909–1921; Tierbronzen nach Studien im Tiergarten Schönbrunn.

Franz Barwig studierte 1888–1897 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Hermann Klotz und arbeitete ab 1890 auch freischaffend. 1904 unterrichtete er an der Fachschule für Holzverarbeitung in Villach, 1909–1921 war er Professor für Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule. Er gehörte ab 1906 dem Hagenbund und ab 1925 der Secession an. Für Joseph Urban gestaltete er 1925–1927 Bauplastik für Mar-a-Lago in Palm Beach. 1931 nahm er sich in Wien das Leben; sein Sohn Franz Barwig d. J. wurde ebenfalls Bildhauer.

Holz war Barwigs Hauptmaterial: Figuren, Flachschnitte, Kreuzwegstationen und Krippen wie jene in Hausleiten (1924). Ab etwa 1910 entstanden Tierplastiken nach Studien im Tiergarten Schönbrunn, die er auch in Bronze gießen ließ, etwa „Spielender Bär“ und „Springendes Zicklein“. Für Keramos lieferte er Modelle, in Wien kachelte er ein Treppenhaus in der Josefstadt aus. Die „Goldene Muttergottes“ steht in St. Othmar unter den Weißgerbern.

Barwigs Bronzen sind häufig mit dem Namen signiert, teils mit Gießerstempel; spätere Nachgüsse haben weichere Details und eine andere Patina. Holzfiguren zeigen eine typische, flächige Schnitzweise mit sichtbaren Werkzeugspuren. Zwischen Vater und Sohn gleichen Namens ist über Stil und Datierung zu unterscheiden. Keramos-Ausformungen tragen die Firmenmarke. Die Krippe in Hausleiten und die Madonna in St. Othmar zeigen seine Holzbehandlung im Original.

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