Künstler: Kunstgewerbeschule & Keramik
Stefan Dakon
Bildhauer, Keramikmodelleur, 1904–1997, Wien – Wien
Ab 1925 einer der wichtigsten Modelleure der Manufaktur Friedrich Goldscheider; Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Wandmasken des Art déco.
Stefan Dakon besuchte eine Bildhauerschule und lernte in einer Wiener Kunsterzgießerei. 1924 kam er auf Vermittlung des Keramikers Josef Lorenzl zur Wiener Manufaktur von Friedrich Goldscheider, für die er ab 1925 bis Mitte der 1950er Jahre zu den wichtigsten Entwerfern zählte. Daneben arbeitete er für Keramos in Wien, für Goebel in Oeslau und für die Porzellanfabrik Hertwig in Katzhütte. Er starb 1997 in Wien.
Dakons Modelle zeigen Tänzerinnen und Schauspielerinnen des Jazzzeitalters, darunter die Dolly Sisters, Lilian Harvey und Louise Brooks, dazu weibliche Wandmasken und Kinderfiguren. Die Goldscheider-Keramiken sind farbig bemalt, oft mit gemusterten Kleidern und glänzender Glasur. Dakon modellierte auch für Bronze. Weitere Modelle zeigten die Tänzerin Rita Zabekov. Seine Figuren entstanden parallel zu denen Josef Lorenzls, der ihn an die Manufaktur vermittelt hatte. Werke besitzt das Wien Museum.
Goldscheider-Figuren tragen eine Firmenmarke, Modell- und Malernummern und häufig die eingeprägte Signatur des Modelleurs; Markenform und Zusatz „Made in Austria“ grenzen die Entstehungszeit ein. Spätere Ausformungen, auch aus der Zeit nach 1945, sind von Erstausformungen der 1920er Jahre zu trennen. Retuschierte Hände und Füße sowie neu gefasste Kleider sind bei UV-Licht erkennbar.
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