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Antiquitäten Wien

Fotografie im 9. Bezirk, 1090 Wien

Fotografie am Alsergrund: Berggasse, Klinikviertel, Volksoper

Ärzte- und Professorenhaushalte an Währinger Straße und Berggasse hinterlassen Fotografien zwischen Familienalbum, Lehrdia und Mikrofotografie.

An Währinger Straße, Liechtensteinstraße und Porzellangasse dienten viele große Gründerzeitwohnungen zugleich als Ordination. In Verlassenschaften solcher Haushalte liegen Familienalben neben Glasdiapositiven für Vorlesungen, Mikrofotografien, gerahmten Kollegienbildern und frühen Röntgenaufnahmen. Kleiner wohnt man in Michelbeuern, Lichtental und am Himmelpfortgrund, und dort sind die Fotos persönlicher: Kommunionbilder, Soldatenporträts, Ausflugsfotos. Studierende und Klinikpersonal ziehen häufig um, ältere Mieter bleiben dagegen jahrzehntelang und bewahren entsprechend viel auf.

Im Mai 1938 fotografierte Edmund Engelman die Wohnung Sigmund Freuds in der Berggasse 19, kurz bevor die Familie emigrierte; seine Bilder sind eine zentrale Quelle für die Einrichtung, in der André Breton Freud 1921 besucht hatte. August Stauda dokumentierte Häuser des Alsergrunds vor dem Abbruch, und die Strudlhofstiege von 1910 wurde rasch zum Motiv auf Abzügen und Karten. Wiens Altwarenmarkt, der Tandelmarkt, hatte ab 1864 eine eigene Halle zwischen Türkenstraße und Berggasse, bis sie 1944 im Krieg verloren ging. Die Volksoper liefert Operettenfotografien.

Viele Ärztefamilien des Bezirks wurden 1938 vertrieben und beraubt; stammt ein Bestand aus einer solchen Wohnung oder wurde er nach 1938 erworben, prüfen wir zuerst die Provenienz. Klinische Aufnahmen mit erkennbaren Patienten übernehmen wir nur nach Rücksprache, weil Persönlichkeitsrechte berührt sein können. Glasdias aus Vorlesungen bitte in den originalen Holzkästen lassen, deren Beschriftung den Bestand ordnet. Die Besichtigung in Ordinationsräumen legen wir gern auf Randzeiten.

Was in Alsergrund häufig auftaucht

  • Glasdiapositive und Mikrofotografien – Lehrmaterial aus Ärzte- und Professorenhaushalten im Klinikviertel
  • Ansichten der Strudlhofstiege und des Franz-Josefs-Bahnhofs – Stadtmotive um 1900
  • Operettenfotografien und Rollenporträts – Volksoper an der Währinger Straße
  • Fotografische Familiennachlässe mit Bezug zu 1938 – Herkunft wird vor dem Ankauf geprüft

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 9. Bezirk.

Künstler

70

Manufakturen & Marken

11

Epochen & Stile

16

Materialien, Techniken & Punzen

17

Fragen zu Fotografie

Sind alte Familienfotos etwas wert?

Meist nur im Zusammenhang, etwa wenn ein Album Orte, Ereignisse oder bekannte Ateliers dokumentiert. Frühe Techniken wie Daguerreotypien und Ambrotypien sind auch mit unbekannten Personen gesucht. Fotos der Rückseiten mit Atelieraufdrucken helfen bei der Einschätzung.

Wie lagere ich Daguerreotypien bis zur Besichtigung?

Lassen Sie sie im Etui, öffnen Sie das Deckglas nicht und reinigen Sie die Platte nicht, da die Oberfläche bei Berührung zerstört wird. Bewahren Sie sie trocken und lichtgeschützt auf.

Kaufen Sie auch Glasnegative?

Ja, besonders Bestände von Ateliers, Stadtansichten und Ereignissen. Glasnegative sind zerbrechlich und schwer und werden bei der Abholung in Kisten verpackt. Beschriftete Hüllen und Schachteln sollten erhalten bleiben.

Mein Foto ist mit Bleistift signiert – ist es dadurch wertvoll?

Eine Signatur stützt die Zuschreibung, ersetzt aber nicht die Prüfung von Papier und Abzug. Auch späte Abzüge wurden von Fotografen signiert. Entscheidend sind Fotograf, Motiv, Abzugsalter und Zustand.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.