Manufaktur: Möbel
Haus & Garten
Wien, seit 1925
Wiener Einrichtungshaus, 1925 von Josef Frank und Oskar Wlach gegründet; leichte Möbel, Stoffe und Leuchten der Wohnkultur der Zwischenkriegszeit.
Der Architekt Josef Frank und sein Partner Oskar Wlach gründeten 1925 in Wien das Einrichtungshaus Haus & Garten. Es bot Möbel, Stoffe, Leuchten und Zubehör für eine wohnliche, undogmatische Moderne an, die sich von der strengen Geometrie der Wiener Werkstätte und vom Funktionalismus des Bauhauses absetzte. Frank emigrierte 1933/34 nach Schweden und arbeitete dort für Svenskt Tenn; Wlach führte das Geschäft bis zu seiner Emigration 1938 weiter. Nach dem Krieg bestand Haus & Garten unter anderer Leitung fort; Anna-Lülja Praun arbeitete von 1953 bis 1959 dort.
Typisch sind leichte, bewegliche Möbel aus Mahagoni, Nussholz und Kirsche, Polstermöbel mit bunten Bezügen, Tische, Kommoden, Bücherregale, Rohrmöbel und Leuchten aus Messing. Franks Stoffentwürfe zeigen dichte Pflanzen-, Blüten- und Tiermotive in kräftigen Farben, gedruckt auf Leinen und Baumwolle. Haus & Garten stattete Wohnungen und Villen aus, oft in Bauten von Frank und Wlach. Viele Stücke entstanden als Einzelanfertigungen nach Kundenwunsch. Kunden wählten Stoffe und Hölzer nach Musterbüchern.
Möbel von Haus & Garten tragen selten Marken; gelegentlich finden sich Etiketten. Zuschreibungen stützen sich auf Firmenkataloge, Fotos in Zeitschriften wie Innendekoration und Moderne Bauformen sowie auf Vergleichsstücke. Spätere Ausführungen derselben Entwürfe durch Svenskt Tenn in Stockholm unterscheiden sich durch Etiketten und Fertigungsdetails. Originale Bezugsstoffe sind selten erhalten und für die Bewertung wichtig. Ältere Stücke zeigen Gebrauchsspuren an Kanten und Füßen, die zum Erscheinungsbild gehören.
Entwerfer & Personen
Haus & Garten verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Ebenfalls: Möbel
- Artekseit 1935
- Askoseit 1918
- Bernhard Ludwigzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Carl Hansen & Sønseit 1908
- Carl Leistlererste Hälfte 19. Jahrhundert bis 1850er-Jahre
- Cassinaseit 1927
- D. G. Fischel Söhneab den 1870er-Jahren bis Zwischenkriegszeit
- Deutsche Werkstätten Hellerauseit 1898
- Friedrich Otto Schmidtzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Fritz Hansenseit 1872
- Herman Millerseit 1923 unter diesem Namen
- Jacob & Josef Kohnab den 1860er-Jahren bis 1914, danach Kohn-Mundus
- Joseph Danhauser'sche Möbelfabrik1804–1838
- Kartellseit 1949
- Knollseit 1938
- Memphis Milano1981–1988
- Mundus1907–1922, danach Thonet-Mundus
- Portois & Fixab 1881 bis ins 20. Jahrhundert
- Prag-Rudniker Korbwarenfabrikationum 1900 bis Zwischenkriegszeit
- Sandor Jarayspätes 19. Jahrhundert bis Zwischenkriegszeit
- Svenskt Tennseit 1924
- Tectaseit 1972
- Gebrüder Thonetseit 1849 (Werkstatt), Firmenname seit 1853
- TONFabrik seit 1861, Firmenname TON seit 1953
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