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Material: Hölzer & Möbelbau

Boulle-Technik

Marketerie aus Schildpatt und Messing, benannt nach André-Charles Boulle, Ebenist Ludwigs XIV., und im 19. Jahrhundert vielfach wiederbelebt.

André-Charles Boulle (1642–1732), Ebenist am Hof Ludwigs XIV., perfektionierte eine Marketerie aus Schildpatt und Messing, teils ergänzt um Zinn, Horn und Ebenholz. Zwei aufeinandergelegte Platten wurden gemeinsam ausgesägt: Die première partie zeigt Messingornamente auf Schildpattgrund, die contre-partie das Gegenstück mit Schildpatt auf Messing. Im Second Empire unter Napoleon III. erlebte die Technik eine Wiederbelebung bei Kabinetten, Konsolen, Schreibmöbeln und Pendulen.

Typisch ist das Wechselspiel von gravierten Messingranken und rotbraunem Schildpatt. Das Schildpatt wurde häufig auf rote oder goldene Grundierung gelegt, um es zum Leuchten zu bringen. Messingteile lösen sich bei Temperaturschwankungen und stehen ab. Im 19. Jahrhundert ersetzten Hersteller Schildpatt teils durch gefärbtes Horn, später durch Kunststoff; unter der Lupe zeigt echtes Schildpatt eine wolkige, unregelmäßige Struktur. Das Messing wurde graviert und die Linien mit schwarzer Masse gefüllt.

Boulle-Möbel und Pendulen des 17. und 18. Jahrhunderts sind sehr selten. Der Markt besteht überwiegend aus Arbeiten des 19. Jahrhunderts, deren Wert von Qualität und Zustand abhängt. Lose Messingteile, Fehlstellen im Schildpatt und abgeplatzte Partien sind häufig. Wegen des Schildpatts gilt der Artenschutz.

So prüfen Sie es

  • Messingranken auf Schildpattgrund
  • Paar aus première partie und contre-partie
  • rote Unterlegung des Schildpatts
  • abstehende Messingteile
  • Horn oder Kunststoff als Ersatz

Enthält die Marketerie echtes Schildpatt, gilt der Artenschutz (CITES, VO (EG) 338/97). Bearbeitete Stücke aus der Zeit vor 1947 fallen unter eine Ausnahme für Antiquitäten; Alter und Herkunft müssen belegt werden.

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.