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Material: Hölzer & Möbelbau

Lindenholz

Weiches, feinporiges Holz, bevorzugtes Material der spätgotischen Bildschnitzer und der Rahmen- und Ornamentschnitzerei.

Lindenholz ist hell, weich, gleichmäßig gewachsen und fast ohne sichtbare Jahresringe; es lässt sich in alle Richtungen schneiden, ohne zu splittern. Diese Eigenschaften machten es zum bevorzugten Holz der Bildschnitzer in Süddeutschland und Österreich. Im Alpenraum verwendete man daneben Zirbe, in Norddeutschland und den Niederlanden Eiche.

Tilman Riemenschneider, Veit Stoß und viele Werkstätten des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts schnitzten Altäre und Figuren aus Lindenholz. Um Schwundrisse zu vermeiden, höhlten sie größere Figuren an der Rückseite aus. Später diente Linde für geschnitzte Rahmen, Konsolen, Möbelornamente und Krippenfiguren; unter Polimentvergoldung ist sie das übliche Trägerholz.

Lindenholz ist leicht, harzfrei und geruchlos; Zirbe duftet und zeigt Äste, Eiche ist schwer und grobporig. Linde wird oft vom Holzwurm befallen, Fluglöcher und zermürbte Partien sind typisch. Rückseitige Aushöhlung, Fassungsreste, Kreidegrund und Werkzeugspuren sprechen für ein altes Stück; gebohrte Wurmlöcher und Beizen sollen bei Fälschungen Alter vortäuschen.

So prüfen Sie es

  • helles, gleichmäßiges Holz ohne deutliche Jahresringe
  • geringes Gewicht
  • Wurmfraß und Fluglöcher
  • rückseitige Aushöhlung bei Figuren
  • Reste von Kreidegrund und Fassung

Sakrale Figuren mit unklarer Herkunft (Kirchengut, Diebstahlsverdacht): Die Provenienz wird vor einem Ankauf geprüft.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.