Material: Hölzer & Möbelbau
Karelische Birke
Gemasertes Birkenholz mit dunklen Flecken und Strichen aus Karelien, typisch für russische und skandinavische Möbel des 19. Jahrhunderts.
Karelische Birke ist eine Wuchsform der Hängebirke aus Karelien, Finnland und Teilen Skandinaviens. Unregelmäßiges Dickenwachstum erzeugt ein goldgelbes Holz mit dunklen Flecken, Strichen und Schlieren, das an Marmor oder Schildpatt erinnert. Russische Möbeltischler der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verarbeiteten es als Furnier für Kommoden, Sekretäre und Sitzmöbel. Im Art déco tauchte es erneut auf, ebenso bei Rahmen, Zigarettenetuis und Dosen aus russischen Werkstätten.
Das Holz zeigt auf hellem Grund unregelmäßig verteilte braune Flecken, die nicht dem Faserverlauf folgen. Die Oberfläche hat einen seidigen Glanz. Weil die Maserung nicht vorhersehbar ist, wirken gespiegelte Furnierflächen weniger symmetrisch als bei Nuss. Mit Ahorn verwechselte Stücke unterscheiden sich durch die dunklen Einschlüsse. Vogelaugenahorn zeigt dagegen kleine runde Punkte statt Strichen und Flecken. Die Flecken entstehen durch Einschlüsse im Holz und sind keine Verfärbung; sie bleiben auch nach dem Abschleifen sichtbar.
Möbel aus Karelischer Birke sind in Wien seltener als Nuss- oder Kirschmöbel und werden entsprechend beachtet. Bei russischen Möbeln des frühen 19. Jahrhunderts zählen Herkunft, Bronzebeschläge und Zustand. Dekorfolien und gebeizte Birke ohne Maserung imitieren das Bild bei späteren Möbeln.
So prüfen Sie es
- goldgelber Grund mit dunklen Flecken und Strichen
- seidiger Glanz
- unregelmäßige, wenig symmetrische Bilder
- keine runden Augen wie bei Vogelaugenahorn
- russische oder skandinavische Herkunft
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