Epoche
Renaissance
Epoche, um 1420–1600 (nördlich der Alpen ab etwa 1500)
Wiedergeburt der Antike: Zentralperspektive, Säulenordnung und Groteskenornament – in Wien am Schweizertor der Hofburg und am Schloss Neugebäude.
Die Renaissance begann um 1420 in Florenz mit der Wiederentdeckung antiker Architektur und Literatur. Nördlich der Alpen setzte sie sich ab etwa 1500 durch, getragen von Humanisten, Fürstenhöfen und Handelsstädten wie Augsburg und Nürnberg. In Wien brachten Ferdinand I. und Maximilian II. italienische Baumeister an den Hof. Die Türkenbelagerung von 1529 und der folgende Festungsbau prägten die Stadt; Kunstkammern entstanden als Vorläufer der Museen.
Die Architektur nutzt Säulenordnungen, Rundbögen, Pilaster und Arkadenhöfe. Im Möbelbau entstehen Kastenmöbel und Kabinettschränke mit Architekturfassaden, Intarsien aus Nussholz, Ahorn und gefärbten Hölzern, oft mit Ruinen- und Perspektivmotiven. Ornamente: Grotesken, Rollwerk, Beschlagwerk, Akanthus, Medaillons. Silber aus Augsburg und Nürnberg zeigt getriebene Buckelpokale. Italienische Majolika aus Faenza und Urbino trägt istoriato-Malerei. In der Malerei setzen sich Zentralperspektive, Ölfarbe und das Porträt als Gattung durch. Plattnerwerkstätten in Augsburg, Nürnberg und Innsbruck schmiedeten Prunkharnische mit Ätzdekor.
Das Schweizertor der Hofburg von 1552/53, die Stallburg mit Arkadenhof und das Renaissanceportal der Salvatorkapelle gehören zu den frühesten Bauten des Stils in Wien. Maximilian II. ließ ab 1568 das Schloss Neugebäude in Simmering errichten. Das Kunsthistorische Museum besitzt die weltweit größte Gruppe von Gemälden Pieter Bruegels d. Ä. und Cellinis Saliera. Im Handel erscheinen Kabinettschränke, Truhen, Druckgrafik, Medaillen und Zinn.
Die Neorenaissance des 19. Jahrhunderts hat Formen in großer Zahl wiederholt. Originale Möbel haben handgesägte, unterschiedlich starke Furniere, handgeschmiedete Nägel und Schwalbenschwanzverbindungen mit breiten Zinken. Historistische Stücke sind maschinell gefräst, mit dünnen, gleichmäßigen Furnieren und gedrechselten Teilen aus der Serie. Silber prüfen wir anhand von Beschauzeichen und Meistermarke. Zinn der Zeit trägt Stadtmarken und Meisterzeichen.
Woran man es erkennt
- Säulenordnungen und Pilaster
- Arkadenhöfe
- Grotesken, Rollwerk und Beschlagwerk
- Intarsien mit Perspektiv- und Ruinenmotiven
- Kabinettschränke mit Architekturfassade
- Buckelpokale aus Augsburg und Nürnberg
- istoriato-Majolika
- Zentralperspektive und Porträt
Künstler
- Albrecht Dürer
- Hans Holbein d. J.
- Lucas Cranach d. Ä.
- Pieter Bruegel d. Ä.
- Jakob Seisenegger
- Hans Burgkmair d. Ä.
- Hans Baldung Grien
- Benvenuto Cellini
- Wenzel Jamnitzer
Renaissance verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Sparten
- Alte Meister21 Objektgruppen
- Antike Möbel26 Objektgruppen
- Silber & Tafelsilber26 Objektgruppen
- Keramik, Majolika & Fayence25 Objektgruppen
- Grafik, Zeichnungen & Aquarelle25 Objektgruppen
- Münzen & Medaillen24 Objektgruppen
- Historische Blankwaffen & Rüstungen21 Objektgruppen
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst23 Objektgruppen
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