Material: Hölzer & Möbelbau
Bugholz
Unter Dampf gebogenes Massivholz, mit dem Gebrüder Thonet ab 1856 Sessel in Serie fertigte, darunter den Sessel Nr. 14.
Michael Thonet erhielt 1856 ein Privileg für das Biegen von massivem Buchenholz unter Dampf. Rundstäbe wurden gedämpft und in eisernen Formen gebogen; ein mitgeführtes Stahlband verhinderte das Reißen der Außenseite. So entstanden Sessel aus wenigen gebogenen Teilen, die mit Schrauben verbunden und zerlegt verschickt werden konnten. Der Sessel Nr. 14 von 1859 wurde millionenfach gebaut. Konkurrenten wie Jacob & Josef Kohn, Mundus und D. G. Fischel Söhne folgten.
Bugholzmöbel bestehen aus gebogenen Rundstäben mit gleichmäßigem Querschnitt, verbunden durch Schrauben und Muttern. Ein Ring unter der Sitzfläche stabilisiert die Beine. Unter dem Sitzrahmen finden sich Brandstempel, Etiketten oder eingeprägte Zeichen der Hersteller. Spannungsrisse an starken Biegungen sind typisch. Als Sitz dienten Wiener Geflecht, Sperrholz mit Prägemuster oder Polster, die zum Modell passen müssen. Die Modellnummern lassen sich mit den Katalogen der Hersteller vergleichen.
Möbel mit Herstellermarke, frühe Modelle und Entwürfe der Wiener Moderne, etwa von Josef Hoffmann für Jacob & Josef Kohn, sind gesucht. Kaffeehaussessel ohne Marke haben geringeren Wert. Nachbauten der tschechischen Firma TON und anderer Hersteller sind verbreitet; Stempel, Schrauben und Details der Biegung helfen bei der Unterscheidung.
So prüfen Sie es
- gebogene Rundstäbe mit gleichmäßigem Querschnitt
- Schraubverbindungen
- Brandstempel oder Etikett unter dem Sitz
- Stabilisierungsring unter der Sitzfläche
- Sitz aus Wiener Geflecht
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