Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Material: Hölzer & Möbelbau

Kirschholz

Rötliches, fein gemasertes Holz der Vogelkirsche, neben Nuss das typische Möbelholz des Wiener Biedermeier.

Kirschholz stammt von der Vogelkirsche, Prunus avium. Frisch geschnitten ist es hell rötlich, mit der Zeit dunkelt es zu einem warmen Rotbraun nach. Im Wiener Biedermeier war Kirsche neben Nuss das beliebteste Möbelholz, verwendet als Furnier für Kästen, Kommoden, Sekretäre, Tische und Sitzmöbel. Die Kontinentalsperre ab 1806 erschwerte die Einfuhr von Mahagoni und förderte heimische Hölzer wie Kirsche, Birne und Esche, die zum Erscheinungsbild der Wiener Wohnkultur nach 1815 gehören.

Kirsche hat feine Poren, eine gleichmäßige Textur und typische dunkle Gummiadern sowie kleine Markflecken. Die Farbe unter Beschlägen und an lichtgeschützten Innenseiten ist heller als an der Oberfläche. Massive Teile wie Sesselbeine, Rahmen und Leisten verraten das Holz am Hirnholz. Gebeizte Erle oder Birne kann Kirsche täuschend ähnlich wirken; dann fehlen die Gummiadern, und die Farbe sitzt nur an der Oberfläche.

Biedermeier-Möbel in Kirsche mit originaler Politur, gut erhaltenen Ebonisierungen und Beschlägen der Zeit finden anhaltende Nachfrage. Ausgebleichte, stark abgeschliffene oder modern lackierte Oberflächen mindern das Interesse. Kleinmöbel wie Nähtische, Schatullen und Etageren finden ebenfalls Käufer. Eine Restaurierung sollte die warme Patina erhalten, weil frisch abgeschliffene Kirsche hell und fremd wirkt.

So prüfen Sie es

  • rötlich-braune, nachgedunkelte Farbe
  • dunkle Gummiadern und Markflecken
  • feine, gleichmäßige Poren
  • hellere Stellen unter Beschlägen
  • Beize nur an der Oberfläche bei Imitationen

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.