Künstler: Klassizismus & Biedermeier-Architektur
Josef Kornhäusel
Architekt, Baumeister, 1782–1860, Wien
Architekt des Wiener Biedermeier; Stadttempel in der Seitenstettengasse, Umbau des Theaters in der Josefstadt, Schottenstift und Weilburg in Baden.
Josef Kornhäusel, 1782 in Wien geboren, war ab 1812 Baudirektor des Fürsten Johann I. von Liechtenstein und plante Bauten auf dessen mährischen Gütern um Eisgrub und Feldsberg. In Baden bei Wien entstanden nach seinen Plänen das Rathaus, der Sauerhof und für Erzherzog Carl die Weilburg (1820–1823), die 1945 ausbrannte. Er starb 1860 in Wien.
1822 baute Kornhäusel das Theater in der Josefstadt um; zur Wiedereröffnung schrieb Beethoven die Ouvertüre „Die Weihe des Hauses“. 1825/26 entstand der Stadttempel in der Seitenstettengasse, ein ovaler Kuppelraum hinter einer Wohnhausfassade, wie es die Toleranzgesetze verlangten; die Lage im Häuserblock bewahrte ihn 1938 vor der Brandstiftung. Daneben steht der Kornhäuselturm. 1826–1832 folgte der Neubau des Schottenstifts an der Freyung, für Erzherzog Carl gestaltete er die Prunkräume der Albertina.
Biedermeier-Grafik zeigt Kornhäusels Bauten häufig, etwa Ansichten Badens und der Josefstädter Straße. Lokalliteratur und Handel schreiben ihm viele Wiener Biedermeier-Häuser ohne Beleg zu; maßgeblich sind Baupläne und Akten im Wiener Stadt- und Landesarchiv. Ausstattung aus der Weilburg ist seit dem Brand von 1945 rar und braucht eine lückenlose Herkunft. Biedermeier-Möbel, die als seine Entwürfe angeboten werden, sind selten dokumentiert.
Epochen & Stile
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