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Material: Malerei & Grafik

Lichtdruck

Rasterloser Flachdruck von einer Gelatineschicht, 1868 von Joseph Albert verbessert, verwendet für Ansichtskarten und Faksimiles.

Der Lichtdruck nutzt eine lichtempfindliche, auf Glas aufgetragene Gelatineschicht, die nach der Belichtung je nach Tonwert unterschiedlich viel Farbe annimmt. Joseph Albert verbesserte das Verfahren 1868 in München für den praktischen Einsatz. Da kein Raster nötig ist, entstehen feinste Halbtöne. Zwischen etwa 1890 und den 1930er-Jahren wurden Ansichtskarten, Kunstreproduktionen, Zeichnungsfaksimiles und wissenschaftliche Abbildungen im Lichtdruck hergestellt. Die Auflagen pro Platte blieben begrenzt, weil die Gelatine sich abnutzte.

Erkennungszeichen ist ein unregelmäßiges, wurmartiges Runzelkorn, das unter der Lupe an die Stelle regelmäßiger Rasterpunkte tritt. Die Farbe liegt flach, ohne Plattenrand und ohne Relief. Ansichtskarten im Lichtdruck wirken fotografisch, aber mit leicht matter Oberfläche. Faksimiles von Zeichnungen sind oft so gut, dass sie für Originale gehalten werden; fehlender Graphitglanz und fehlende Druckspuren entlarven sie. Auf Ansichtskarten nennt die Rückseite häufig Verlag und Drucktechnik.

Lichtdruck-Ansichtskarten mit seltenen Ortsmotiven finden Sammler, gängige Motive weniger. Zeichnungsfaksimiles haben dekorativen Wert. Wer eine vermeintliche Originalzeichnung besitzt, sollte die Möglichkeit eines Lichtdrucks prüfen lassen. Alben mit Ansichtskarten aus Wiener Bezirken werden nach Motiven und Erhaltung bewertet, Einzelkarten nach Seltenheit.

So prüfen Sie es

  • wurmartiges Runzelkorn
  • kein Raster
  • flache Farbe ohne Plattenrand
  • matte, fotografische Wirkung
  • fehlender Graphitglanz bei Faksimiles

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.