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Material: Malerei & Grafik

Aquatinta

Tiefdruckverfahren für Flächentöne mit aufgeschmolzenem Harzstaub, entwickelt in den 1760er-Jahren und von Goya meisterhaft eingesetzt.

Die Aquatinta erzeugt Flächen und Halbtöne statt Linien. Auf die Platte wird feiner Harzstaub, meist Kolophonium, gestreut und angeschmolzen; die Säure ätzt zwischen den Körnern ein feines Netz. Durch Abdecken und mehrfaches Ätzen entstehen Tonstufen. Jean-Baptiste Le Prince entwickelte das Verfahren in den 1760er-Jahren. Francisco de Goya nutzte es für die Caprichos von 1799. Im Biedermeier verbreiteten Verlage kolorierte Aquatinta-Ansichten von Städten und Landschaften, auch von Wien und seiner Umgebung.

Unter der Lupe zeigt die Aquatinta ein feines, unregelmäßiges Korn, das wie ein Netz aus hellen Punkten in dunklen Flächen erscheint. Flächentöne wirken wie getuscht. Meist ist die Aquatinta mit Radierlinien kombiniert. Den Bildrand markiert die eingedrückte Plattenkante. Rasterpunkte moderner Drucke sind dagegen regelmäßig. Kolorierte Aquatinten zeigen Aquarellfarbe über dem Druck. Späte Abzüge haben flache, graue Töne, weil sich die Körnung schneller abnutzt als Linien.

Goyas Aquatinten in frühen Ausgaben, englische Aquatinta-Ansichten und kolorierte Wiener Veduten des Biedermeier sind gesucht. Für die Bewertung zählen Abzugsqualität, Kolorierung und Zustand. Spätere Ausgaben derselben Platten sind häufiger und niedriger einzustufen. Lichtschäden schwächen die Kolorierung und mindern den Wert.

So prüfen Sie es

  • feines, unregelmäßiges Korn
  • Flächentöne wie getuscht
  • Kombination mit Radierlinien
  • Plattenrand
  • Kolorierung über dem Druck

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.