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Material: Malerei & Grafik

Lack

Filmbildende Überzüge, von europäischen Lackimitationen des 18. Jahrhunderts bis zum Industrie- und Autolack in der Gegenwartskunst.

Lack bezeichnet Überzüge, die zu einem geschlossenen, meist glänzenden Film trocknen. Den echten ostasiatischen Lack aus dem Saft des Lackbaums behandeln die Einträge Urushi-Lack und Chinesischer Schnitzlack. In Europa ahmte man ihn ab dem 17. Jahrhundert mit Harzlacken nach: In England hieß das Japanning, in Paris entwickelten die Brüder Martin um 1730 den Vernis Martin, in Braunschweig fertigte Stobwasser ab 1763 lackierte Dosen aus Papiermaché.

Im Art déco arbeitete Jean Dunand in Paris mit echtem Lack nach ostasiatischer Technik an Paravents, Möbeln und Vasen. Im 20. Jahrhundert kamen Nitrozellulose- und Kunstharzlacke aus Auto- und Möbelindustrie hinzu, die Künstler wegen ihrer Leuchtkraft und Glätte schätzten. In Wien malte Christian Ludwig Attersee mit Acryl und Lack, andere Künstler setzten Industrielack auf Aluminium, Holz und Leinwand ein.

Europäische Lackimitationen sind weicher als Urushi, vergilben und zeigen feine Craquelés; Stobwasser-Dosen tragen häufig eine Nummer oder einen Firmenvermerk im Deckel. Hochglänzende Industrielacke in der Gegenwartskunst sind kratz- und stoßempfindlich, Retuschen bleiben im Streiflicht sichtbar. Zustand der Oberfläche, Vergilbung und Ausbesserungen bestimmen die Bewertung; Polieren mit Haushaltsmitteln zerstört Lasuren.

So prüfen Sie es

  • geschlossener, glänzender Film
  • feine Craquelés bei alten Harzlacken
  • Vergilbung heller Partien
  • Kratzer und Retuschen im Streiflicht
  • Nummern oder Firmenvermerke in Dosendeckeln

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.