Manufaktur: Porzellan
Haas & Czjzek
Schlaggenwald (Horní Slavkov) und Chodau (Chodov), 19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
Böhmische Porzellanfirma mit Fabriken in Schlaggenwald und Chodau; Tafel-, Kaffee- und Hotelgeschirr mit der Marke H&C.
Die Firma Haas & Czjzek ging aus der alten Porzellanfabrik in Schlaggenwald hervor, die die Familie Haas nach dem Ausscheiden von Lippert weiterführte. Mit dem Eintritt der Familie Czjzek entstand der Doppelname. Neben Schlaggenwald betrieb das Unternehmen eine Fabrik in Chodau bei Karlsbad. Es zählte um 1900 zu den bekannten Lieferanten von Gebrauchsporzellan in der Monarchie, Wien war einer der wichtigsten Absatzmärkte.
Hauptprodukte waren Tafel- und Kaffeeservice in zahlreichen Formen, vom Neorokoko mit Reliefrändern bis zu glatten Formen der Zwischenkriegszeit, dekoriert mit Goldrändern, Streublumen, Kobalt und Druckdekoren. Für Hotels, Kaffeehäuser und Gaststätten lieferte die Firma robustes Geschirr, mitunter mit Aufdruck des Betriebs. Daneben entstanden Zierteller, Vasen und Kurortandenken aus Karlsbad. Kaffeehausgeschirr mit Monogramm oder Firmenaufdruck dokumentiert die Wiener Gastronomie der Zeit. Nach 1945 wurden die Fabriken verstaatlicht.
Die Marke „H&C“ erscheint in vielen Varianten, oft mit Ortsangabe „Schlaggenwald“ oder „Chodau“, mit Krone oder Wappen, nach 1918 mit „Czechoslovakia“. Damit lassen sich Gebrauchsgeschirre zeitlich eingrenzen. Hotelgeschirr mit Aufdruck Wiener Betriebe ist ein kleines Sammelgebiet. Vollständige Service sind gefragter als Einzelteile; Goldabrieb, Spülmaschinenschäden und Haarrisse bestimmen den Zustand. Nach 1990 wurde der Markenname in Tschechien wieder aufgenommen, was bei der Datierung zu beachten ist.
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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