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Material: Keramik & Porzellan

Weichporzellan

Bei niedrigerer Temperatur gebranntes Frittenporzellan, typisch für frühe französische und englische Manufakturen des 18. Jahrhunderts.

Weichporzellan, auch Frittenporzellan, entstand als Versuch, chinesisches Porzellan ohne Kaolin nachzuahmen. Es enthält Glasfritte, Ton und weitere Zusätze und wird bei etwa 1100 bis 1200 Grad gebrannt. Erste Versuche gab es um 1575 in Florenz mit dem Medici-Porzellan. Im 18. Jahrhundert fertigten Saint-Cloud, Chantilly, Mennecy und Vincennes, die Vorläuferin von Sèvres, sowie englische Manufakturen wie Chelsea und Bow Weichporzellan für Geschirr, Figuren und Ziergefäße.

Die Glasur ist weich, liegt dick auf und sammelt sich in Vertiefungen; ein Messer kann sie ritzen. Farben verschmelzen stärker mit der Glasur und wirken weich und leuchtend. Der Scherben ist warmweiß bis cremefarben und an unglasierten Stellen leicht körnig. Im Gegenlicht zeigt Weichporzellan oft hellere Flecken. Gegenüber Hartporzellan ist das Gewicht geringer, der Klang weniger hell und kürzer. Bruchflächen wirken körniger als bei Hartporzellan.

Frühes französisches und englisches Weichporzellan ist gesucht, besonders Sèvres-Arbeiten mit Fondfarben vor der Umstellung auf Hartporzellan um 1770. Viele spätere Stücke mit Sèvres-Marken stammen von Nachahmern und bestehen aus Hartporzellan; die Masse selbst ist deshalb ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Englisches Weichporzellan aus Chelsea und Bow ist in Österreich selten.

So prüfen Sie es

  • weiche, dick liegende Glasur
  • mit dem Messer ritzbar
  • warmweißer bis cremefarbener Scherben
  • helle Flecken im Gegenlicht
  • leuchtend eingeschmolzene Farben

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.