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Manufaktur: Porzellan

Capodimonte

Neapel, 1743–1759, Nachfolge 1771–1806

Königliche Manufaktur in Neapel 1743–1759; ihr Name steht heute auch für Blumen- und Figurenporzellan des 20. Jahrhunderts mit gekröntem N.

König Karl von Bourbon gründete 1743 im Park seines Schlosses Capodimonte in Neapel eine Manufaktur für Weichporzellan. Als er 1759 den spanischen Thron bestieg, ließ er Arbeiter, Formen und Material nach Madrid in den Buen Retiro bringen. Sein Sohn Ferdinand IV. eröffnete 1771 in Neapel eine neue Manufaktur, die Real Fabbrica Ferdinandea, die bis 1806 bestand. Die Manufaktur arbeitete mit einer weichen, cremeweißen Masse.

Unter dem Modelleur Giuseppe Gricci entstanden Figuren von Bauern, Fischern und Gestalten der Commedia dell'arte, Tabatièren und Geschirr mit Reliefmuscheln; berühmt ist das Porzellankabinett für Königin Maria Amalia, heute im Museum Capodimonte. Die Ferdinandea fertigte klassizistisches Geschirr mit Ansichten Neapels und antiken Motiven. Ab dem späten 19. Jahrhundert ahmten italienische und deutsche Fabriken den Stil mit Reliefszenen und Blumen nach.

Echtes Capodimonte-Porzellan ist an der Lilie in Blau oder eingeprägt zu erkennen. Die Ferdinandea verwendete ein gekröntes N. Gerade diese Marke steht in großer Zahl auf Figuren, Blumenkörben und Leuchtern des 20. Jahrhunderts aus Italien und Deutschland, die als Capodimonte verkauft wurden. Sie haben mit der königlichen Manufaktur nichts zu tun und werden nach Hersteller und Ausführung beurteilt. Stücke des 18. Jahrhunderts sind fast nur in Museen und alten Sammlungen erhalten.

Entwerfer & Personen

  • Karl von Bourbon
  • Giuseppe Gricci

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