Manufaktur: Porzellan
Fraureuth
Fraureuth (Sachsen), 1866–1926
Sächsische Porzellanfabrik 1866–1926; Tafelgeschirr und eine Kunstabteilung mit Figuren und Geschirr im Stil der 1910er- und 1920er-Jahre.
Die Porzellanfabrik Fraureuth im sächsischen Vogtlandvorland nahm 1866 den Betrieb auf und entwickelte sich zur Aktiengesellschaft mit mehreren hundert Beschäftigten. Sie lieferte Gebrauchs- und Hotelgeschirr für den deutschen und internationalen Markt. Um 1915 gründete die Firma eine eigene Kunstabteilung, die mit freien Künstlern zusammenarbeitete. In der Inflationszeit geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten und wurde 1926 aufgelöst. Das Werk lag nahe Werdau im Pleißetal.
Die Kunstabteilung fertigte figürliches Porzellan, Tänzerinnen, Tiere und Kinderfiguren, oft mit Unterglasur- und Aufglasurmalerei in kräftigen Farben, dazu Vasen, Dosen und Service mit stilisierten Blumen und geometrischen Mustern. Die Arbeiten stehen zwischen dem späten Jugendstil und dem Art déco. Wegen der kurzen Laufzeit sind Stücke dieser Abteilung deutlich seltener als das Gebrauchsporzellan, das in großer Zahl erhalten ist. Die Farbpalette reicht von Schwarz und Gold bis zu Orange und Türkis.
Gebrauchsgeschirr trägt Marken mit dem Namen Fraureuth, häufig mit Krone. Erzeugnisse der Kunstabteilung sind meist mit einem eigenen Zeichen und dem Zusatz „Kunstabteilung“ versehen, Figuren zusätzlich mit Modellnummer und mitunter Künstlersignatur. Da die Fabrik 1926 schloss, ergibt die Marke eine klare zeitliche Obergrenze. Ähnliche Figuren anderer sächsischer und thüringischer Fabriken unterscheiden sich durch Marke, Masse und Ausformung. Künstlersignaturen erleichtern den Abgleich mit Literatur.
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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