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Manufaktur: Porzellan

Frankenthal

Frankenthal (Kurpfalz), 1755–1800

Kurpfälzische Manufaktur 1755–1800; Rokokofiguren von Johann Wilhelm Lanz, Karl Gottlieb Lück und Johann Peter Melchior, Marke CT unter Krone.

Der Straßburger Fayencier Paul Hannong gründete 1755 mit Erlaubnis des Kurfürsten Carl Theodor eine Porzellanfabrik in Frankenthal. 1762 übernahm der Kurfürst die Manufaktur in eigene Verwaltung. Sie belieferte den Mannheimer Hof und Abnehmer in ganz Europa. Nach der französischen Besetzung der Pfalz wurde der Betrieb 1800 geschlossen. Ein Teil der Formen gelangte später nach Nymphenburg, wo nach ihnen weiter ausgeformt wurde.

Frankenthal ist vor allem für Figuren bekannt: Johann Wilhelm Lanz modellierte Schäfer, Jäger und Kavaliere, Karl Gottlieb Lück galante Gruppen und Allegorien, Konrad Linck mythologische Szenen, Johann Peter Melchior im späten 18. Jahrhundert klassizistische Kinderfiguren. Dazu kamen Service mit Blumen-, Vogel- und Landschaftsmalerei, Tabatièren und Uhrgehäuse. Die Figuren zeigen eine leuchtende Farbfassung mit Gold auf grasbewachsenen Sockeln. Häufig entstanden ganze Serien, etwa die vier Jahreszeiten oder die Erdteile.

Frühe Marken zeigen den pfälzischen Löwen oder die Initialen der Hannongs. Ab 1762 steht das Monogramm „CT“ unter einem Kurhut, häufig mit zwei Ziffern für das Jahr, in Unterglasurblau. Spätere Nymphenburger Ausformungen aus Frankenthaler Formen tragen den Rautenschild. Nachahmungen des 19. Jahrhunderts übernehmen die CT-Marke, zeigen aber andere Masse, Glasur und Bemalung. Im Handel begegnen Frankenthaler Originale selten, häufiger Ausformungen aus Nymphenburg.

Entwerfer & Personen

  • Paul Hannong
  • Carl Theodor
  • Johann Wilhelm Lanz
  • Karl Gottlieb Lück
  • Konrad Linck
  • Johann Peter Melchior

Ebenfalls: Porzellan

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