Manufaktur: Porzellan
Meissen
Meißen (Sachsen), seit 1710
Erste europäische Hartporzellanmanufaktur, 1710 gegründet; Malerei von Höroldt, Figuren von Kändler, Zwiebelmuster und die gekreuzten Schwerter.
Nach den Versuchen von Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus gründete August der Starke 1710 die Manufaktur in der Albrechtsburg zu Meißen. Als erste in Europa erzeugte sie echtes Hartporzellan. 1720 kam der Maler Johann Gregorius Höroldt, 1731 der Bildhauer Johann Joachim Kändler hinzu. 1865 übersiedelte die Fertigung ins Triebischtal, wo sie bis heute arbeitet. Meissen beeinflusste fast alle europäischen Manufakturen des 18. Jahrhunderts.
Höroldt entwickelte Chinoiserien und eine reiche Farbpalette, Kändler modellierte Tierplastiken, Krinolinengruppen und das Schwanenservice für Graf Brühl (1737–1741). Das Zwiebelmuster in Kobaltblau entstand 1739 und wird bis heute bemalt. Im 19. Jahrhundert folgten Blumenmalerei, Figuren nach Modellen des Rokoko und Prunkvasen; um 1900 Jugendstilservice wie das Flügelmuster von Richard Riemerschmid und Tierfiguren von Max Esser und Paul Scheurich. Die Malerei des 18. Jahrhunderts zeigt zudem Kauffahrteiszenen und deutsche Blumen.
Die gekreuzten Schwerter in Unterglasurblau werden seit den 1720er-Jahren verwendet. Ein Punkt zwischen den Griffen kennzeichnet die Jahre 1763–1774, ein Stern die Marcolini-Zeit 1774–1814, ein Punkt zwischen den Klingenspitzen die Jahre 1924–1934. Schleifstriche durch die Marke bedeuten zweite Wahl oder Ausschuss. Thüringer Fabriken und Dresdner Malereien verwendeten ähnliche Zeichen; Formnummern, Prägeziffern und Glasurqualität helfen bei der Abgrenzung. Eingeprägte Formnummern erlauben den Abgleich mit den Modellbüchern.
Entwerfer & Personen
- Johann Friedrich Böttger
- Ehrenfried Walther von Tschirnhaus
- Johann Gregorius Höroldt
- Johann Joachim Kändler
- Richard Riemerschmid
- Max Esser
- Paul Scheurich
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
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