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Künstler: Wiener Moderne

Erwin Osen

Maler, Zeichner, Pantomime, 1891–1970, Wien

Maler und Pantomime aus Schieles engstem Kreis um 1910; seine Zeichnungen aus dem Garnisonsspital zeigte das Leopold Museum 2021.

Erwin Dominik Osen kam mit sechs Jahren an die Ballettschule der Hofoper, wo Gustav Mahler sein gestalterisches Talent förderte. 1907 nahm er Privatunterricht bei Gustav Klimt und studierte dann an der Akademie, wo er Egon Schiele kennenlernte und 1909 die Neukunstgruppe mitbegründete. Als „Mime van Osen“ trat er als Pantomime und im Kabarett auf. 1910 war er mit Schiele in Krumau, 1912 zog Schiele in sein Atelier. Später zerbrach die Freundschaft im Streit. Osen starb 1970.

Osens Zeichnungen und Aquarelle stehen Schieles Arbeiten der Jahre um 1910 nahe: magere, gestisch überzeichnete Figuren, Gesichter mit starrer Mimik, sparsame Farbe; er stand Schiele auch Modell. Im Ersten Weltkrieg zeichnete er als Patient im Garnisonsspital II im Auftrag des Arztes Stefan Jellinek Kranke für dessen Forschung zu den Wirkungen der Elektrizität. Diese Blätter zeigte das Leopold Museum 2021 in der Ausstellung „The Body Electric“. Gemälde von Osen sind selten.

Wegen der stilistischen Nähe zu Schiele werden Osens Blätter mitunter falsch zugeordnet; Schiele selbst warf ihm laut Arthur Roessler vor, eigene Arbeiten als Schiele-Werke ausgegeben zu haben. Zeichnungen ohne Signatur verlangen daher besonders sorgfältigen Vergleich. Der Katalog der Ausstellung von 2021 dient als Referenz. Reproduktionen aus Katalogen zeigen Rasterpunkte und tragen keine Spuren von Bleistift oder Aquarell.

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