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Künstler: Wiener Moderne

Franz von Bayros

Zeichner, Illustrator, Grafiker, 1866–1924, Agram – München – Wien

Illustrator des Fin de Siècle aus Agram; Exlibris, erotische Zyklen und Dante-Illustrationen in feiner, rokokohafter Federzeichnung.

Franz von Bayros kam 1866 in Agram zur Welt und bestand mit 17 Jahren die Aufnahmeprüfung an der Wiener Akademie. 1896 heiratete er Alice, die Stieftochter von Johann Strauss Sohn, in dessen Freundeskreis er verkehrte. 1897 übersiedelte er nach München, wo ihm 1904 die erste Ausstellung Erfolg brachte; 1904–1908 folgten Studienreisen nach Paris und Italien. 1911 führten die „Erzählungen am Toilettetisch“ zu seiner Verhaftung und Ausweisung aus Deutschland. Bayros starb 1924 in Wien.

Seine Blätter verbinden die Feinlinigkeit Aubrey Beardsleys mit Rokoko-Kostümen und dekadenter Erotik; Vorbilder sind französische Kupferstiche des 18. Jahrhunderts. Bayros illustrierte Bücher, darunter Dantes „Göttliche Komödie“, und schuf zahlreiche Exlibris. Einiges erschien unter dem Pseudonym Choisi le Conin. Die Arbeiten entstanden meist als Feder- und Tuschzeichnungen und wurden als Strichätzung, Heliogravüre oder Lichtdruck in Mappen und Privatdrucken vervielfältigt, oft in kleinen, nummerierten Auflagen für Subskribenten.

Originalzeichnungen von Bayros sind selten und zeigen Bleistiftvorzeichnung, Radierspuren und Deckweiß; die meisten Blätter im Umlauf sind Drucke. Nummerierte Mappen und Privatdrucke sind nach Vollständigkeit und Impressum zu prüfen. Exlibris erscheinen als Klischeedruck oder Radierung, teils signiert. Wegen der Motive wurden einzelne Blätter häufig aus Büchern gelöst und gerahmt; Herkunft und Druckverfahren sind daher zu klären.

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