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Künstler: Wiener Moderne

Alfred Cossmann

Kupferstecher, Radierer, Lehrer, 1870–1951, Graz – Wien

Kupferstecher aus Graz und Schöpfer von über hundert Exlibris; lehrte ab 1920 an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt.

Alfred Cossmann wurde 1870 in Graz geboren und kam 1886 nach Wien, wo er an der Kunstgewerbeschule zunächst Keramik bei Hans Macht und dann Radierung bei William Unger studierte; 1895 folgte er Unger an die Akademie. Ab 1900 arbeitete er freischaffend, 1905 wurde er Mitglied des Künstlerhauses. Ab 1920 lehrte er an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und hielt den Kupferstich, eine damals seltene Technik, in Wien lebendig. Cossmann starb 1951 in Wien.

Der Kupferstich verlangt, dass jede Linie mit dem Grabstichel direkt ins Metall geschnitten wird; Cossmanns Blätter zeigen entsprechend klare, an- und abschwellende Linien ohne die weichen Ränder der Radierung. Er schuf mehr als hundert Exlibris, die in den Jahrbüchern der 1903 gegründeten Exlibris-Gesellschaft wiederholt gewürdigt wurden, dazu Porträts und Gelegenheitsgrafik. Schrift und Wappen stach er seitenverkehrt in die Platte. Er erhielt unter anderem die Goldene Staatsmedaille 1913.

Cossmann-Exlibris kommen häufig in Sammleralben vor, oft eingeklebt oder mit Ecken montiert. Originale Kupferstiche zeigen Plattenrand und Prägung; Klischeedrucke in Büchern sind flach. Die Bleistiftsignatur steht meist unter dem Plattenrand. Zu seinen bekannten Blättern gehört ein Exlibris für Kaiser Franz Joseph. Probedrucke vor der Schrift sind gesucht. Für den Wert einer Sammlung zählen Vollständigkeit, Zustand und Signatur, nicht die Anzahl allein.

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